Königsteiner Golfanlage: Pachtverhältnisse das Problem
Kein Investor in Sicht

Dieser im Wirtschaftsgebäude der Sportanlage zurückgelassene Golfhandschuh dürfte so schnell auf dem Königsteiner Areal nicht mehr zum Einsatz kommen. Bild: ll
Die Einigung mit den Verpächtern der Grundstücke des Königsteiner Golfareals dürfte das größte Hindernis für einen möglichen Investor sein, der eine Übernahme des Geländes erwägt. Das lässt sich aus den Äußerungen von Dr. Jochen Zaremba, dem Insolvenzverwalter der Königsteiner Golfanlagen GmbH & Co. KG, entnehmen. Auf SRZ-Nachfrage meinte er zur Zukunft des Golfgeländes: "Wer das weiterführen will, müsste die Eigentümer überzeugen. Und das wäre eine Herausforderung."

Laut Zaremba wollen drei größere Grundbesitzer ihre Flächen nicht mehr für eine Golfanlage verpachten. In Namsreuth, wo der Platz liegt, geht man sogar davon aus, dass mindestens sechs bis sieben Eigentümer von insgesamt 27 sich jedem neuen Ansatz in dieser Richtung verweigern. Und die insolvente Gesellschaft selbst hat laut Zaremba kein Grundvermögen, sie hat alle Flächen lediglich gepachtet.

Zufrieden mit Auktion

Die jüngst erfolgte Versteigerung des beweglichen Vermögens verlief nach Einschätzung des Insolvenzverwalters sehr gut. Der Erlös - im fünfstelligen Bereich - sei doppelt so hoch ausgefallen wie ursprünglich prognostiziert. "Das war für die Gläubiger sehr erfreulich."

Dass der Verkauf des Inventars keine Chance mehr auf eine Fortführung des Golfbetriebs lässt, findet Zaremba nicht: "Das waren doch viele ältere und zum Teil schon verbrauchte Gerätschaften." Jeder mögliche Investor müsse ohnehin beträchtliche Summen in die Anlage investieren und vor allem in neues Equipment. Da fielen die rund 60 verkauften Posten kaum ins Gewicht.

Warten nicht möglich

Außerdem, so Zaremba, habe er den Verkauf ohnehin schon so lange hinausgezögert wie möglich. Doch zum einen habe die Lagerung Kosten verursacht, zum anderen hätten die Geräte ständig an Wert verloren. "Und wenn die Grundeigentümer nicht mehr verpachten wollen, fehlt mir die Basis, um zuzuwarten."

Gibt es den interessierten Investor mit Millionen in der Hinterhand überhaupt, von dem die Namsreuther erzählen? "Habe ich auch schon oft gehört", sagt der Insolvenzverwalter, "aber nein, den gibt es nicht. Ich hätte eine Übernahme sicher nicht am Kaufpreis scheitern lassen. Aber es gab null verbindliche Angebote."

Er habe mit mehreren potenziellen Interessenten gesprochen, verrät Zaremba, aber sie hätten das Unternehmen entweder als betriebswirtschaftlich zu riskant eingeschätzt oder sich nicht mit den Verpächtern einigen können. Letzteres habe auch für einen ernsthaften Interessenten gegolten, der die Übernahme sogar genau durchkalkuliert hatte. Zudem ergab eine Umfrage bei den Mitgliedern, dass selbst beim Wiederaufleben der Königsteiner Anlage zu wenige bleiben bzw. zurückkehren würden.
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