Kohlberg schützt Brunnen

Der Tiefbrunnen versorgt ein Drittel der Kohlberger mit Trinkwasser. Die Werte sind gut, die Anlage aber betagt. Nun äußerte sich ein Experte.

Das "Hydrologische Gutachten zur Einzugsgebiet-Ermittlung für den Tiefbrunnen" beschäftigte den Marktrat erneut. Weil das Gremium im Oktober zu keinem Konsens kam, hat der Rat den Gutachter des Ingenieurbüros Auernheimer in die Entscheidungsfindung einbezogen. Der Brunnen decke ein Drittel des Gesamtbedarfes der Marktgemeinde, erläuterte dieser.

Möglichst wenig Nitrat

Der Nitratwert schwanke zwischen 20 und 25 Milligramm pro Kubikmeter und liege weit unter dem Grenzwert (50 mg/Liter). "Die Landwirtschaft arbeitet günstig für die Trinkwasserwerte. Arbeitet und düngt achtsam", appellierte Auernheimer dennoch an die Bauern. Es gebe keine Hinweise auf eine Kontaminierung. Den Brunnen umgebe "Rotliegendes". Das sei wegen der Undurchlässigkeit günstig.

"Dennoch sei es wichtig, vorsorglich möglichst wenig Nitrat und Stickstoff in der Schutzzone zu verwenden, auch nicht auf benachbarten Stellen", betonte der Experte. "Die alte Verordnung hat 25 Jahre gut funktioniert. Ist es wirklich erforderlich, diese zu verschärfen?", fragte Christian Lehner nach. Er schlug zudem vor, Grün statt Ackerland zu bewirtschaften und dieses mineralisch und organisch zu düngen. Ähnlich äußerte sich Gerhard List (CSU), während sich der Bürgermeister für die Anlehnung an die neuesten Verordnung aussprach. "Wir sollten die Werte des Landratsamts übernehmen. Wasser ist ein hohes Gut. Wenn die Nitratwerte steigen, könnte es zu spät sein." "Das Gutachten als Laien nicht anfechten und an die kommenden Generationen denken", appellierte Reinhard Ponitz (UPW) an seine Ratskollegen. "Wir wollen den eigenen Brunnen so lange wie möglich erhalten", fügte Bürgermeister Rudolf Götz an. Der Gutachter hatte zuvor auf das Alter der Technik, die relativ geringe Leistung und die Beigabe von Mitteln gegen Korrosionen hingewiesen und davor gewarnt, dass der nächste Filterdefekt den Weiterbetrieb der Anlage gefährden könne.

Zwei Gegenstimmen

Die Abstimmung fiel mit 9:2 Stimmen pro Gutachten aus. Lehner und SPD-Rat Lothar Pöll votierten dagegen. Vor der Veröffentlichung geht das Gutachten an das Landratsamt und von dort an das Wasserwirtschaftamt. "Es kann einige Monate bis zur Umsetzung dauern", hieß es.

Die Unterbringung von Asylsuchenden in der Schule ist nicht vom Tisch. "Es ist aber ein Stillstand eingetreten, weil keine Duschen und kein Warmwasser zur Verfügung stehen", informierte Bürgermeister Götz. Das Landratsamt besorge Container. "Die Lieferzeit beträgt acht Wochen, dann wird das Thema wieder aktuell", glaubte der Gemeindechef. Norbert Merkel (CSU) regte an, unabhängig von der eventuellen Belegung "zu einer Lösung zu kommen". Damit meinte er den bereits andiskutierten Teilabriss des Gebäudes. "Wir sollten einen Arbeitskreis bilden, ein Fachbüro ins Boot nehmen und die Vereine, die Gebäudeteile nutzen, beteiligen."
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