Kolumbus der Lagune

Im letzten Winkel von Pineda liegt Porto Baselenghe. Der in viele weitverzweigte Kanäle eingebettete Hafen bietet 400 Segel- und Motorbooten Platz. Von hier aus startet der originelle "Captain Igloo" mit seinem kleinen Motorboot Ausflüge in die Lagune. Der bärtige Seemann, der an einen Klischee-Piraten erinnert, zeigt seinen Gästen eine neue Seite von Bibione.

Entlang der uralten, im Schilf versteckten Fischerhütten, den Casoni, staunt man über auf kleinen Inseln errichteten Ferienhäuser mit Strohdächern, die man von der Nordsee her kennt und an der Adria nicht vermuten würde. Einige Touristen räkeln sich in Badewannen im Freien, die mit 35 Grad warmem Thermalwasser der Lagune gespeist werden.

Die Kanäle sind buchstäblich Wasserstraßen. Öffnet sich links oder rechts ein neuer Weg, der noch tiefer in die Lagune zwischen Bibione und Caorle führt, ragt plötzlich aus dem Wasser ein Schild zum Beispiel mit der Aufschrift "Venedig" heraus. Nur die Kilometerangabe fehlt. "Captain Igloo" hat nach eigenen Angaben die Wasserstraßen vor zehn Jahren touristisch entdeckt und bezeichnet sich selbst als "Kolumbus der Lagune".

Ziel vieler Pilger ist die Madonnina dell' Isola, eine eingezäunte Mini-Insel. Dort erinnert eine Marienstatue an einen Großbrand, der viele der aus Sumpfgras und Holz bestehenden Fischerhütten eingeäschert hat. Papst Benedikt XVI. ließ die Freiluftkapelle vor fünf Jahren von Kardinal Giuseppe Calcagno weihen.

In der Lagune hat sich der amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway Mitte des 20. Jahrhunderts gerne zur Entenjagd aufgehalten. Seine Eindrücke fanden Eingang in seinen Roman "Über den Fluß und die Wälder" - eine großartige Huldigung der Lagunen-Landschaft Venetiens. Das Haus, in dem der Nobelpreisträger gelebt hat, ist heute ein Museum.
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