Komfort zwischen Paris und Prag

Auch Norbert Lang als Vertreter des Allgemeinen deutschen Fahrradclubs (von links) konnte zufrieden sein, als Schwandorfs stellvertretender Landrat Jakob Scharf, MdL Reinhold Strobl, Bürgermeister Josef Reindl, MdL Dr. Harald Schwartz, Bauamtsleiter Henner Wasmuth und Bürgermeister Josef Butz das Band durchschnitten und den neuen Radweg frei gaben. Rechts im Bild Abteilungsleiter Stefan Noll mit Sohn Benedikt. Bild: Völkl

Der Radler aus Heidelberg kann sich nicht mehr beim Landtagsabgeordneten Reinhold Strobl beschweren: Das kritisierte "schlechteste Stück" auf dem Paneuropa-Radweg ist Vergangenheit. Dafür steht jetzt ein asphaltierter Abschnitt entlang der B 14 zur Verfügung.

Wernberg-Köblitz/Schnaittenbach. (cv) Ein paar Wald- und Feldwegstücke liegen schon noch auf dem Paneuropa-Radweg. Doch wer auf der Strecke Paris-Prag in die Pedale tritt, findet zwischen Schnaittenbach und Wernberg-Köblitz komfortable Verhältnisse vor: Einen 3,8 Kilometer langen Radweg parallel zur B 14.

Gebaut wurde in zwei Abschnitten: Der rund zwei Kilometer lange erste Teil wurde im Herbst 2014 soweit fertiggestellt, dass er trotz einiger noch ausstehender Restarbeiten mit Beginn der diesjährigen Radfahrsaison nutzbar war. Für den hier in Richtung Schnaittenbach anschließenden 1,8 Kilometer langen zweiten Bauabschnitt rückten die Firmen Rädlinger und Seebauer im Mai dieses Jahres wieder an. Ende Juni wurde die Strecke vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach abgenommen.

Viele Zauneidechsen

Ein besonderes Augenmerk legten die Straßenbauer auf den Schutz der an der B 14 vorkommenden Zauneidechsen-Population. Um die Eingriffe zu minimieren und auszugleichen wurden beispielsweise Holzstöße und Sandhaufen als Rückzugsorte aufgeschichtet.

Die Gesamtkosten der Radwegeverbindung beziffern sich laut Abteilungsleiter Stefan Noll auf rund eine Million Euro. Sie wurden aus Radwege-Mitteln der Bundesrepublik Deutschland bestritten. Das Staatliche Bauamt konnte mit der Unterstützung der örtlichen Mandatsträger und der betroffenen Kommunen Schnaittenbach und Wernberg-Köblitz rechnen. Die Gemeinden übernehmen übrigens den laufenden Unterhalt. Auch die bayerische Staatsforsten zeigte sich bei den Grundstücksverhandlungen kooperativ.

Als nun der neue Radweg offiziell freigegeben wurde, bezeichnete Bauamtsleiter Henner Wasmuth das Projekt als ein konstruktives Gemeinschaftswerk. Die große Politik stellte die Mittel zur Verfügung. Auch die Abstimmungsgespräche mit der Wasserwirtschaft und der Bayrischen Staatsforsten waren letztendlich von Erfolg gekrönt. Und Gerold Engel, der "Grunderwerbler" des Straßenbauamtes, habe auch mit den Grundstücksbesitzern manchen Widerstand einvernehmlich überwinden können. In Wernberg-Köblitz stößt die neue Trasse auf den Naabtalradwanderweg und weiter auf den Bocklradweg bis nach Tschechien. Man kann aber auch durch Wernberg-Köblitz hindurch radeln, um dann entlang der nach dem Bau der A 6 nicht mehr stark befahrenden B 14 Richtung Wieselrieth und Waidhaus zu gelangen.

SPD-Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl, der sich für den Ausbau des Abschnitts stark gemacht hatte, freute sich, dass die Maßnahme nach langen Verhandlungen und Vorstößen abgeschlossen ist. Strobl strich heraus, dass er und der Wernberg-Köblitzer Bürgermeister Georg Butz an seinem Strang gezogen hätten. CSU-Landtagsabgeordneter Dr. Harald Schwartz und Schwandorfs stellvertretender Landrat Jakob Scharf freuten sich ebenso über die neue Verbindung wie der Wernberg-Köblitzer Bürgermeister Georg Butz, der auch im Namen seines Schnaittenbacher Amtskollegen Josef Reindl an die jahrelangen landkreisübergreifenden Bemühungen um das Projekt erinnerte.

Weitere Abschnitte

Und der Ausbau soll weiter gehen: Wenn die Mittel bereit stehen, hat das Straßenbauamt im nächsten Jahr den Feld- und Waldweg nach Holzhammer und ein Stück am Klärwerk Schnaittenbach ins Auge gefasst.
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