Komik auf die brachiale Art

Die einen sind ganz begeistert von ihm, die anderen lehnen ihn schlichtweg ab. Der fränkische Brachial-Humorist "Bembers" polarisiert - auch bei seinem Auftritt im "Gwäxhaus".

Am Samstagabend gastierte der Comedian schon zum zweiten Mal in der Gärtnerei Schinner und sorgte vor rund 300 Besuchern für einen Kabarettabend, den man unbedingt haben muss. Oder auch nicht. Denn die Witze und Sketche gingen teilweise schon weit unter die Gürtellinie. Mit derben und teils unflätigen Ausdrücken wie "Sch..., Wi..., A...loch und Fi..." gestaltete er die Hauptreißer seines Programms. Manche im Publikum konnten da nicht mehr mitlachen. Die Mehrheit jedoch war ganz begeistert von ihrem Kumpel "Bembers" und seinem Soloprogramm "Alles muss raus".

Calmund mit Perücke

"Ich bin der Rainer Calmund, ich hab 'ne Berücke auf, schöi dass'd alle da sads", begrüßt er sein johlendes Publikum. Der Aufdruck "ey horch amol" auf seinem T-Shirt war Programm. Dazu holte er sich einen aus dem Publikum auf die Bühne: Thomas Beer aus Fuchsmühl war der Auserwählte. "Da hast a Flaschl Bier", meinte der Komiker, der im richtien Leben Roman Sörgel heißt, und legte los. Bereitwillig erzählt er, dass er aus Nürnberg-Südstadt komme, sein Berufswunsch sei Drogendealer gewesen: "A...löcher gibt's überall. Was mi am Lem hält, san die Leut, die in Ordnung sind, so wie ihr", schmeichelte er seinem Publikum. Dann erzählte er von seinem nächtlichen Fernsehkonsum: "Ich hob gor net gwusst, dass Frauen ab 40 noch willig san. Des song's mir jetzt, wou der Zug scho fast ogfohrn is." Weiter berichtete "Bembers" von seiner Straßenkampfausbildung, wie man sich einem Kampfhund gegenüberstellt und ihn dann umstülpt: "Ein umgestülpter Kampfhund bellt fei rückwärts." Seine Fans waren trotz des recht billigen Humors begeistert.

Weiter in Fahrt kam er mit der Feststellung, dass es bei Aldi nur Zwölfer-Rollen-Klopapier gebe, die nicht einmal neutral eingepackt seien. Gar mancher würde sich denken, wenn er den "Bembers" sehen: "Da kannst ja sch... immerzu." Die verschiedenen Selbstfindungsgruppen ("hey Alter, du musst amol a bisserl locker werden") zog er durch den Kakao: Mit einer Gruppe sei er in den Wald gegangen, jeder durfte sich einen Baum als Freund aussuchen und ihn umarmen.

Witze unter Gürtellinie

Dann habe er plötzlich einen Druck verspürt und sei zum nächsten Baum gegangen, um ihn "anzubrunzen". Da sei eine gurumäßige Lichtgestalt auf ihn zugegangen und habe ihn gefragt: "Was machst du, es ist doch dein Freund?" Seine derbe Antwort: ,Nee, mei Freind is da hinten, des is a A...".

Kirche und Papst blieben vor seinen Äußerungen nicht verschont, ebenso Business-Gestalten, die sich schon am Vormittag am Flughafen herumtreiben, oder Polizisten. Humorbeispiel des Franken, als er von einer allgemeinen Polizeikontrolle nachts um halb zwei von einer sächsisch sprechenden Polizistin angehalten wurde: "Ich wusste gar nicht, dass die Volkspolizei auch in Nürnberg kontrollieren darf?"
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