Kompromiss dringend gesucht

Theo Tschirschnitz will sich nicht mit der Verlegung der Straße abfinden. Bilder: stg (2)

Knackpunkt Kreisstraße: Beim Bürgergespräch zur Neugestaltung des Markplatzes in Neustadt am Kulm kam vor allem die geplante Verlegung der Straße gar nicht bei den Anwohner an. Der Bürgermeister versprach, sich um eine Alternative zu bemühen.

Neustadt am Kulm. (stg) "Durchs Reden kommen die Leute zusammen": Dieses Sprichwort hat sich auch in unterm Kulm bewahrheitet. Bei einer Gesprächsrunde im Burucker-Saal zwischen den Anwohnern des Marktplatzes, Bürgermeister Wolfgang Haberberger und Mitgliedern des Stadtrates ging es um die Sanierung des Marktplatzes - am Ende einer mitunter hart geführten Diskussion standen dann klare Aussagen zum weiteren Vorgehen.

Bürgermeister Wolfgang Haberberger skizzierte vor etwa 90 Zuhörern kurz die finanziellen Rahmenbedingungen für eine Marktplatzsanierung. Er wies auf die zahlreichen Defizite hin, die in diesem Zusammenhang angegangen werden müssten - von einem defekten Oberflächenkanal über desolate Gehsteige und Entwässerungsschächte bis hin zu undichten Wasserspeichern. Auch die Themen "nasse Keller" sowie "Leerstände" sollten angegriffen werden. Haberberger machte noch einmal klar, dass der Siegerentwurf des Wettbewerbs nicht genommen werden müsste. Zur Verlagerung der Kreisstraße führte der Bürgermeister aus, dass diese Maßnahme in erster Linie zur Schaffung des Platzcharakters geplant worden sei. Außerdem erwarte man sich dadurch eine Verkehrsberuhigung.

Aussage ein "Witz"

Die Verlegung der Kreisstraße stieß bei den Zuhörern auf massiven Widerstand. "Jeder Städteplaner sagt, dass wir den schönsten Marktplatz in der Oberpfalz haben", sagte Theo Tschirschnitz. Es sei nicht nachvollziehbar, warum dieser zerstört werden solle. Das Rad müsse nicht neu erfunden werden, deshalb sei auch eine Straßenverlegung nicht nötig. "Das geht nicht in mein Hirn rein", so Tschirschnitz. Die Aussage, dass es zu einer Verkehrsberuhigung komme, wenn die Straße näher an die Häuser rücke, halte er für einen "Witz". Mehrere Redner schlossen sich in ihren Ausführungen dieser Argumentation an. Diskutiert wurden auch Forderungen nach mehr Parkplätzen auf dem Marktplatz als bisher vorgesehen.

Bürgermeister Haberberger wies mehrmals auf die Kostensituation hin, das Kostenverhältnis zwischen versiegelten Flächen und Grünflächen liege etwa bei 4:1. "Ein großer Teil der versiegelten Flächen wird auf die Anwohner umgelegt", erklärte Haberberger. Er betonte, dass niemand etwas gegen den Willen der Bürger machen wolle. "Wir wollen den Anwohnern etwas Gutes tun", sagte der Bürgermeister. Er wolle nun abklären, ob es fördertechnisch ein Problem sei, wenn die derzeitige Straßenführung beibehalten werde und es entsprechend eben nicht einen "großen", sondern zwei Plätze gebe. Haberberger bot zudem an, monatlich in Neustadt eine Informationsveranstaltung anzuberaumen, in der über den aktuellen Stand des Projekts informiert wird.
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