Kontakt von Mensch zu Mensch

Seit 20 Jahren verbindet das evangelische Dekanat Sulzbach-Rosenberg eine lebendige Partnerschaft mit dem Seniorat der Böhmischen Brüder in Ostmähren. Nun nahm Pfarrer Dr. Roland Kurz als Partnerschaftsbeauftragter am Konvent, der Dekanatssynode, der Böhmischen Brüder im tschechischen Vsetín teil.

"Mir geht's darum, dass der reformatorische Gedanke, den Hus und andere in die Welt gesetzt haben, nicht zu tilgen ist", sagte Kurz dort auf dem Konvent in Ostmähren. "Sonst wären Sie als Böhmische Brüder heute nicht hier und sonst könnte ich Sie als Lutheraner heute nicht besuchen. Und wir könnten nicht zusammen Abendmahl in beiderlei Gestalt, also mit Brot und Wein, feiern."

Kleiner Beitrag

In seinem Grußwort erinnerte er daran, dass es bereits 1993 erste Kontakte gab und 1995 die Partnerschaft formell begründet wurde. Sie könne einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass sich die reformatorischen Gedanken in der Welt behaupten und stets weitergegeben werden.

Maja Navratilová, Leiterin eines Kindergarten in Vsetín, hatte eine Präsentation vorbereitet und ließ mit zahlreichen Fotos die vielen Begegnungen der vergangenen 20 Jahre wieder lebendig werden. Mit großem Interesse hörten die Mitglieder des Konvents, wie intensiv die Beziehungen zwischen einigen - staatlichen - tschechischen Kindergärten und den kirchlichen Einrichtungen im Dekanat sind.

Ins Tschechische

Dr. Kurz berichtete, dass er auf der Basis von Navratilovás Präsentation gerade eine Chronik der Partnerschaft erarbeite, die auch ins Tschechische übersetzt werden solle. Damit wolle er ins Bewusstsein rücken, was in 20 Jahren deutsch-tschechischer Dekanatsfreundschaft schon alles passiert ist.

Für Senior Magister Petr Pivonka, Dekan der Böhmischen Brüder, war es der erste offizielle Kontakt mit der Partnerschaft, weil er erst heuer gewählt wurde. Er war sehr interessiert und signalisierte freudige Bereitschaft, die Kontakte weiter zu pflegen und zu fördern. Dr. Kurz lud ihn nach Sulzbach-Rosenberg ein.

Der Partnerschaftsbeauftragte wollte auch in das Leben von Kirche und Diakonie bei den ostmährischen Freunden eintauchen. Deshalb wohnte er einem Gottesdienst in Kromeríž bei und besuchte im Schloss von Valasské Mezirící die Ausstellung "Namaluy mi beránka - Zeichne mir ein Schaf".

Diese Präsentation ist ein Projekt der dortigen Diakonie, die eine Einrichtung zur Tagespflege von Behinderten unterhält und soziale Rehabilitation, eine Form von betreutem Wohnen, anbietet. Für die Ausstellung haben tschechische Prominente wie Schauspieler, Publizisten, Politiker, Geistliche, und Sänger, darunter auch Karel Gott, Bilder von Schafen gezeichnet. Die sehr unterschiedlichen, aber durchwegs charmanten Werke werden schließlich versteigert. Der Erlös wird für die Sanierung des Tagesheims verwendet. Die tschechische Diakonie ist interessiert, die Kontakte mit der Oberpfalz zu intensivieren.

Weniger offizielle Termine

Der Besuch bei einem traditionsreichen obstverarbeitenden Betrieb rundete das Programm ab. Dr. Kurz fasste seinen Eindruck zusammen: "Eine Partnerschaft lebt durch die Kontakte von Mensch zu Mensch." Es habe bei diesem Besuch weniger offizielle Termine gegeben, dafür aber viele Gespräche in herzlicher Atmosphäre: "So haben wir uns noch besser kennengelernt und die Freundschaft auf persönlicher Ebene vertiefen können."
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