Konzession seit 1827

Ihnen ist die Wurst nicht wurst: (vorne, von links) Josef Weiß senior mit seiner Frau Gudrun sowie (hinten, von links) die Söhne Josef und Johannes. Bild: lpp

Alles hat ein Ende - nur das Metzgerhandwerk in Pullenreuth nicht. Ein Vierteljahrhundert existiert das Geschäft der Familie Weiß in der Mengersreuther Straße. Die Tradition reicht aber noch länger zurück.

Pullenreuth.(lpp)Metzgermeister Josef Weiß hat seinen Beruf von der Pike auf erlernt. Schon der Vater, Großvater und Urgroßvater waren in diesem Beruf tätig. In der Metzgerei Willi Küspert machte Weiß die ersten Schritte auf der Karriereleiter, bildete sich 1983 zum Meister weiter und führte seinen Beruf im Betrieb von Mutter Rosa Weiß in Pullenreuth fort. Es folgten Beschäftigungszeiten bei der Firma Ruckdeschel in Wunsiedel und der Metzgerei Dannhorn in Marktredwitz. Zusammen mit seiner Gattin Gudrun, die Metzgerei-Fachverkäuferin gelernt hat , eröffnete Josef Weiß 1990 dann seine eigene Metzgerei. Vier treue Mitarbeiter unter den 15 Angestellten stehen seit Beginn an dem Familienteam zur Seite.

Mit Josef und Johannes

Inzwischen sind die Söhne Josef und Johannes fest im Betrieb integriert. Beide lernten im elterlichen Betrieb. Josef absolvierte in den Hermannsdorfer Lehrwerkstätten in München ein Arbeitsjahr, bevor er 2006 die Meisterprüfung und 2008 die Betriebswirte-Prüfung ablegte.

Seitdem ist er als Metzgermeister im eigenen Haus tätig und führt den Betrieb mitverantwortlich seit 2012. Im gleichen Jahr erfolgte ein Anbau der Produktionsflächen. Johannes Weiß erwarb den Meistertitel 2013 nach einem Jahr bei der Metzgerei Parzen in Bayreuth, wo er im Verkauf tätig war und ist nun im elterlichen Betrieb in allen Bereichen eingesetzt.

Die Wurzeln der Metzgerei Weiß führen weit ins 19. Jahrhundert zurück. Ein Vorfahre, der Tafernwirt Franz Weiß, reichte im März 1827 ein "Gesuch um die Zulassung als Metzgermeister" bei den Behörden ein. Vorausgegangen waren Auseinandersetzungen mit Mitgliedern der Metzger-Zunft aus Kemnath.

Diese hatten sich vor dem Landgericht Kemnath über die Gemeinde Pullenreuth beschwert, weil diese ihre Fleischbank an den dortigen Müller Baptist Schraml verpachtet hatte. In Pullenreuth wehrte man sich dagegen, und legte ein Zeugnis des königlichen Rentamtes vor, wonach die Gemeinde seit 1701 ihre Fleischbank jährlich versteuert hatte. Die ins Boot geholte Regierung hielt sich damals für nicht zuständig und verwies die Angelegenheit an ein ordentliches Gericht, empfahl jedoch gleichzeitig, dass ein "qualifiziertes Individuum" die persönliche Metzgerkonzession erwirken solle.

Und dies tat eben im Jahr 1827 jener Franz Weiß. Er legte damit den Grundstock für die lange Tradition der Familie.

Nach Johann Baptist Lehner

Die Nachkommen sind und waren Mitglieder der Metzgerinnung, einer sogar als Obermeister. Johann Baptist Lehner hat übrigens diese Familiengeschichte in Band 3 der Schriftenreihe "Wir am Steinwald" eindrucksvoll erörtert.
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