Kräuter gegen die kulinarische Verödung
Stadtnotizen

Kräuterpädagogin Arina Schultes (stehend) erklärte den Kindern und ihren Müttern das heilsame Kräutermännchen. Bild: jkz
Kemnath. (jzk) In die Wunderwelt der Kräuter entführte Arina Schultes Kinder und Mütter bei einer Wanderung. Fast zwei Stunden lang war sie mit ihnen auf den Wiesen am Langen Steg unterwegs. Im Nu waren die Sammelkörbchen mit Ehrenpreis, Schöllkraut, Giersch, Löwenzahn, Rotklee, Weide, Hirtentäschel, Knoblauchsranke, Spitzwegerich, Breitwegerich, Frauenmantel, Brennnessel, Mädesüß, Gundermann, Vogelmiere, Klettenlabkraut und Nelkenwurz gefüllt. Die Kräuterpädagogin ging auch auf die Wirkungsweise dieser Pflanzen, ihre Verwendungsmöglichkeiten in der Küche und ihre Anwendung bei verschiedenen Krankheiten ein.

Nach der Rückkehr in das Familienzentrum Mittendrin bereitete Schultes mit Unterstützung von Organisatorin Jessika Wöhrl-Neuber aus den gesammelten "Schätzen" leckere Brote mit Wildkräuterquark und Wildkräuterbutter zu. Zum Trinken gab es Sommerlimonade, Holunderblütentee und -sirup. Alle freuten sich über die Brotzeit, die nicht nur gesund war, sondern auch noch sehr gut schmeckte. Nach Anweisungen der Kräuterexpertin zeichneten die Gäste ein sogenanntes heilsames Kräutermännchen zum Mitnehmen. Dabei erklärte sie, welche Beschwerden mit bestimmten Wildkräutern gelindert werden können. Schultes bedauerte, dass Heilkräuter in der Volksmedizin fast völlig von der modernen Pharmazie verdrängt wurden. Im 19. Jahrhundert seien 450 essbare Pflanzen bekannt gewesen, heute höchstens noch 30. Deshalb sprechen Fachleute von einem kulinarischen Verödungsprozess in den letzten 100 Jahren.
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