Kritik von der Dortmunder Polizei wegen Umsetzung des Sicherheitskonzepts - Schalker Fans ...
Randale bei Revierderby befürchtet

Die Revierderbys haben immer eine gewisse Brisanz. Auch im Februar 2015 mussten Polizisten vor dem Spiel die Fans der beiden Mannschaften vor dem Stadion trennen. Bild: dpa
Vor dem Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 ärgert sich die Polizei über die beiden Fußball-Bundesligaclubs. Sie kritisiert, dass ihr vorgeschlagenes Sicherheitskonzept von den Clubs nur unzureichend umgesetzt worden sei. "Bis auf die Zusage des FC Schalke 04, ein erhöhtes Buskontingent für die An- und Abreise der Gästefans zu stellen, sind die Vereine den Forderungen der Polizei nicht nachgekommen", sagte die Dortmunder Polizei am Mittwoch. Sie befürchtet Ausschreitungen zwischen den verfeindeten Fanlagern. Einige Schalker Fans sind mit den Sicherheitsbestimmungen ebenfalls nicht einverstanden.

Organisierte Anreise

Neben der organisierten Anreise der Gäste-Anhänger mit Bussen, sah das von der Polizei empfohlene Sicherheitskonzept unter anderem vor, Eintrittskarten zu personalisieren, Problemfans auszuschließen und das Kontingent für Schalke-Anhänger von rund 8000 auf 4000 Tickets zu reduzieren. Tatsächlich schickte der BVB 6500 Karten nach Gelsenkirchen.

Zu viele, findet die Polizei, zu wenige, sagen einige Schalke-Fans. Die Ultras Gelsenkirchen kündigten auf ihrer Website an, das Derby zu boykottieren und dem Spiel fernzubleiben. Die Reduzierung des Ticketkontingents sei "nicht hinnehmbar".

Held hat Verständnis

S04-Sportvorstand Horst Heldt zeigte Verständnis für die Anhänger. Zwar bedauere er den Boykott, der Protest sei jedoch nachvollziehbar. "Wir empfinden es als nicht gerechtfertigt, was da vorgegeben wird. Wir stehen zu unseren Fans, die das nicht gutheißen", sagte er vor der brisanten Partie (Sonntag, 15.30 Uhr/Sky). Die Problematik ist nicht neu: Bereits im September hatten viele Fans von Borussia Mönchengladbach das Derby beim 1. FC Köln (0:1) boykottiert. Die Gladbacher Anhänger protestierten damit ebenfalls gegen eine Reduzierung des Gästekartenkontingents und drückten ihren Unmut über personalisierte Tickets für das Spiel aus. "Zur Brisanz, die so ein Derby hat, gehört auch die intensive Unterstützung beider Fan-Lager", erklärte Heldt. "Es wäre nicht schön, wenn wir englische oder spanische Verhältnisse hätten, wo die Gästefans gar nicht mehr die Möglichkeit haben, ihre Mannschaften zu begleiten." Die "Knappen" schickten etwa 900 nicht genutzte Tickets zurück nach Dortmund. Zudem wollen einige Schalke-Anhänger ihre bereits gekauften Karten nicht nutzen. Insgesamt rechnet der BVB mit nur rund 4500 Fans des Erzrivalen. Der BVB-Profi Matthias Ginter, der vor seinem ersten Revierderby-Einsatz im Signal Iduna Park steht, sagte am Donnerstag im "Kicker": "Ich kann mir vorstellen, dass es richtig zur Sache gehen wird. Aber bitte nur auf dem Platz - und nicht auf den Rängen!" Der Verteidiger hofft auf ein faires Duell ohne Ausschreitungen. "Randale braucht niemand", erklärte er.
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