Kritikern eine Brücke bauen

Der Wind fuhr am Dienstag kräftig über die neue Pfreimdbrücke bei Burgtreswitz und machte die Freigabe zu einer eisigen Veranstaltung. Das Band durchschnitten (von links) Bürgermeister Hermann Ach, Landrat Andreas Meier und die stellvertretenden Landräte Margit Kirzinger und Albert Nickl. In zweiter Reihe standen (von links) Josef Kreitinger (Baudirektor bei der Regierung der Oberpfalz), Fritz Steininger (zweiter Bürgermeister in Moosbach) und Henner Wasmuth (Leitender Baudirektor des Staatlichen Bauamts Am

Kommunalpolitiker, Vertreter der Regierung und viele Burgtreswitzer versammelten sich am Dienstag bei Eiseskälte zur Freigabe der Pfreimdbrücke. Nicht alle Dorfbewohner jubeln angesichts des 3,6 Millionen Euro teuren Bauwerks. Landrat Andreas Meier kennt die Bedenken und versprach, bei Bedarf nachzubessern.

Henner Wasmuth, Leitender Baudirektor am Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach, stellte den Dank an alle Beteiligten in den Mittelpunkt. Die ausführenden Firmen hätten bei dem schwierigem Bauwerk eine "handwerkliche Meisterleistung" abgeliefert. Wasmuth dankte vor allem den Burgtreswitzern, die bereit gewesen seien, für die neue Brücke Grund herzugeben. Auch den Anliegern gebühre Dank. Der Landrat, der dieses Projekt von seinem Vorgänger Simon Wittmann geerbt habe, ging auf die schwierige Vorgeschichte ein und versuchte, die Kritiker wieder ins Boot zu holen: "Eine Brücke sollte verbinden, nicht trennen." Er nehme sehr wohl zur Kenntnis, dass an diesem Tag nicht nur Burgtreswitzer mit einem lachenden Auge anwesend seien. "Eingriffe in gewachsene Strukturen bergen immer Diskussionspotenzial", gab Meier unumwunden zu.

Langer Austausch

Mit Blick auf die alte, baufällige Brücke meinte der Landkreischef, dass es unstrittig sei, dass etwas unternommen werden musste. Die Entscheidung für eine neue Brücke an dieser Stelle sei nach einem langen Austausch und in einem demokratischem Verfahren getroffen worden. Nun sollte man gemeinsam nach vorne schauen. Er hoffe, dass die Bedenken zerstreut werden. Gleichzeitig versprach Meier, dass man auch im Nachgang nachbessern könne. Voraussetzung hierfür sei weiterhin eine konstruktive Zusammenarbeit.

Die Pfreimdbrücke, die mit ihren 170 Metern Länge rund 3,6 Millionen Euro gekostet habe, sei eines der größten Bauwerke des Landkreises und von der Regierung der Oberpfalz wie auch dem Freistaat großzügig gefördert worden. Die Baufirmen hätten den "sehr sportlichen Zeitplan" trotz einiger Widrigkeiten wie einer Überschwemmung eingehalten. Für diesen besonderen Ort habe man bautechnisch besondere Lösungen gefunden.

Der Moosbacher Bürgermeister Hermann Ach sprach von einem "historischen Tag für Burgtreswitz." Fast 40 Jahre lang habe man über verschiedene Lösungen diskutiert. "Bitte, liebe Traswitzer, lasst diese emotional geführten Diskussionen der Vergangenheit angehören und lasst uns nun in die Zukunft schauen.Der Bürgermeister stellte die positiven Aspekte des neuen Bauwerks in den Mittelpunkt. So sei damit endlich eine völlig ungefährliche Querung der Pfreimd für Fußgänger und Radfahrer möglich. Die Angst vor einer "Einflugschneise" nehme er ernst. Hier sei aber die Gemeinde mit der Verkehrsüberwachung gefordert.

Ach, der von einer "neuen Qualität des Ortsbildes" sprach, hofft, dass eine Ortsumgehung bei Pfrentsch bald in Angriff genommen werde. Dann würden Auto- und Lastwagenfahrer aus Eslarn und Pfrentsch nicht mehr den Umweg über Moosbach und Burgtreswitz machen müssen.

Angst vor mehr Lastern

Am Rande der Freigabe war von einigen Anliegern zu hören, dass sie vor allem einen zunehmenden Schwerlastverkehr befürchten. Eine Sperrung auf 7,5 Tonnen sei wünschenswert.
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