"Kritisch, aber aufgeschlossen"

Im Herbst wird sich der CSU-Ortsverband in Klausur begeben, um Schwerpunkte für die Zukunft herauszuarbeiten. An dieser Sitzung werde die Stadtratsfraktion nicht nur teilnehmen, sondern sich auch einbringen, kündigte ihr Vorsitzender Herbert Appl im SRZ-Gespräch an. Bild: swt

"Wir müssen unserer sozialen Verantwortung gerecht werden", betont der Sprecher der CSU im Stadtrat, Herbert Appl, wenn er an die Flüchtlinge denkt, die in Auerbach leben. Er sieht die Kommunalpolitik in der Pflicht, in nächster Zeit intensiv über dieses Thema nachzudenken.

Zu guter Letzt meldet sich im Reigen der Sommergespräche nun auch die CSU-Fraktion mit Herbert Appl an der Spitze zu Wort. Auch von den "Schwarzen" wollte die SRZ wissen, welche Ausrichtungen und Planungen es bei ihnen gibt.

Welches politische Konzept verfolgt die CSU in den nächsten Monaten, sowohl auf Fraktionsebene als auch im Ortsverband?

Die Fraktion führt die Linie, die sie seit Jahren verfolgt, fort. Wir sind Ansprechpartner für alle Bürger. Eine Unterscheidung nach politischer Tendenz, nach Stadt- oder Umlandbürger oder nach sonstigen Kriterien treffen wir nicht. In der Stadtratsarbeit sind wir bekannt kritisch, aber aufgeschlossen. Wir sind auch immer offen gegenüber allen im Rat vertretenen Parteien und Fraktionen. Leider stehen wir trotzdem oft isoliert da, das ist schade.

Unsere Vorgehensweise ist logischerweise mit der Partei abgesprochen. Der Vorsitzende Helmut Zerreis ist ja seit Mai 2014 auch Stadtrats- und Fraktionsmitglied.

Still ist es geworden seit dem durchaus angriffslustigen Wahlkampf 2014. Was ist aus den Forderungen von damals geworden?

Ruhig geworden? Das sehe ich nicht so! Natürlich ist in Zeiten des Wahlkampfes das öffentliche Interesse an den Aussagen der Parteien und Gruppierungen höher als im politischen Alltag. Wir haben weder im Wahlkampf noch vorher oder nachher irgendwelche populistischen Maßnahmen gefordert oder angekündigt. Einiges von dem, was wir im Frühjahr 2014 als verbesserungsbedürftig angesprochen haben, ist ja inzwischen bereits aufgegriffen worden. Ich nenne exemplarisch nur die bei der Bürgerinnenversammlung der Frauen-Union genannten Punkte Friedhofseingang und die Parkplätze bei der Ausfahrt Caritasheim. Der Friedhofseingang ist fast fertig, die Änderung der Parkplätze wurde vom 1. Bürgermeister versprochen.

Welche Punkte stehen für die CSU auf der politischen Agenda der nächsten Monate, gibt es Schwerpunkte?

Aktuell gibt es keine konkreten Maßnahmen, die wir intensiv verfolgen. Wir stellen keine Schaufensteranträge, um auf uns aufmerksam zu machen. Es ist einfach, sich Punkte herauszunehmen, in ein farbenfrohes mehrseitiges Entwicklungskonzept zu packen, nur um den Eindruck zu erwecken, dass man sich besonders um Dinge kümmert.

Allerdings ist vom CSU-Ortsverband im Herbst eine Klausurtagung geplant, in der sicherlich bestimmte Schwerpunkte herausgearbeitet werden. An dieser Arbeitssitzung wird die Fraktion nicht nur teilnehmen, sondern sich auch einbringen.

Ich persönlich halte es aber dringend für den Stadtrat geboten, dass wir uns mit den in Auerbach lebenden Flüchtlingen - Erwachsenen und Jugendlichen - intensiv beschäftigen, auch wenn das Thema Asylbewerber kein originäres Thema für die Städte und Gemeinden ist. Aber diese Menschen leben in unserer Stadt, wir müssen unserer sozialen Verantwortung gerecht werden und dürfen nicht so tun, als ob wir davon nichts wüssten!

Wie möchte die Partei, die in Auerbach durchaus respektable Mehrheiten holte, sich wieder stärker in Szene setzen, auch auf Ebene des Ortsverbands?

Stärker in Szene setzen? Ich bin der Auffassung, dass die CSU, Partei und Fraktion, durchaus in der Öffentlichkeit, beim Bürger und in den Vereinen präsent ist. Natürlich kann man jede Arbeit, jedes Engagement verbessern, verstärken. Als probates Mittel hat sich dafür immer das Gespräch mit den Auerbacher Bürgern erwiesen. Deshalb versuchen wir, bei Veranstaltungen und im täglichen Leben einfach als Ansprechpartner da zu sein, die Wünsche, Fragen und Sorgen der Bürger anzuhören. Das war auch der Grund für unser - wie Sie sagen respektables - Abschneiden bei der Wahl. Diese Wünsche werden wir dann in der genannten Klausurtagung zusammenfassen und artikulieren.
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