Kroatienhilfe kämpft weiter gegen Zustände auf dem Balkan
Jedes Mal schockiert

Schwester Genoveva vom Kinderheim "Epipat" in Sarajewo ist dringend auf Geldspenden für die Heimkinder angewiesen. Bild: jzk
Kemnath/Kötzersdorf. (jzk) Seit 1992 engagiert sich die Kroatienhilfe Kemnath, um das Leid der Menschen in Kroatien und Bosnien zu lindern. Der Balkankrieg hat vielen die Existenz genommen oder zur Flucht gezwungen. Hilfe vor Ort ist angesichts der aktuellen Flüchtlingstragödien wichtiger denn je.

"Jedes Mal sind wir aufs Neue schockiert, dass Kinder, Behinderte und alte Menschen so auf unsere Hilfe angewiesen sind, damit sie einigermaßen über die Runden kommen", bekennt Klaus Fiebig. "Da fahren wir gerne den weiten Weg und bringen Hilfe."

In den nunmehr 23 Jahren ihrer Arbeit hat die Kroatienhilfe 202 Lastzüge mit fast 3 900 Tonnen Hilfsgütern auf den Balkan gebracht. Unzählige weitere Projekte für Kinder- und Altenheime kamen noch dazu. "Das war nur möglich durch die Spendenbereitschaft der Bevölkerung, von Firmen und Vereinen aus der Umgebung", betont Richard Pscherer.

Doch die Not ist noch immer gegenwärtig und lässt die Verantwortlichen nicht ruhen. Deshalb starteten die Kemnather Organisatoren in vielen Pfarreien die schon fast übliche Weihnachtsaktion. Dafür bittet die Kroatienhilfe um Geldspenden. "Bitte unterstützen Sie uns", appelliert Klaus Fiebig an die Menschen in der Region. In den Flüchtlingslagern herrsche bittere Armut. Die Menschen hätten kaum Arbeit und damit auch kein Einkommen. Vom Staat sei wenig Hilfe zu erwarten. Kinder-, Behinderten- und Altenheime würeden nur ganz schlecht versorgt. Es bestehe keine Aussicht auf Besserung. Die Kemnather wollen ihre Hilfe auf drei Heime konzentrieren, die sie schon jahrelang unterstützten: das Altenheim in Capljina, das Behindertenheim "Sveta Obitelj" in Mostar und das Kinderheim "Egipat" in Sarajevo. "Da hat man jedes Mal das Gefühl, es wäre Weihnachten für die der Heime", berichtet Klaus Fiebig. Er verspricht: "Die Spender können sicher sein, dass ihr Geld bei den Bedürftigen ankommt."
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