Kümmersbruck macht's vor

Lässt in Zukunft konventionell oder ökologisch erzeugter Strom die städtischen Straßenlampen leuchten? Über die Kriterien der Ausschreibung entscheidet der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung. Bild: swt

Ökostrom ja oder nein, regionaler Anbieter ja oder nein? So einfach, wie sich Bürgermeister Joachim Neuß und die Verwaltung eine Vereinbarung mit der Firma Kubus GmbH über die neuen Stromlieferverträge vorgestellt hatten, gestaltete sich die Diskussion im Stadtrat am Mittwoch nicht.

Die Stromlieferverträge mit der Rewag und der Eon laufen zum 31. Dezember 2016 aus. Derzeit verbraucht die Stadt Auerbach an 76 Abnahmestellen etwa 1,6 Millionen Kilowattstunden im Jahr und bezahlt rund 175 000 Euro dafür. Nun ist eine europaweite Neuausschreibung erforderlich, die die Verwaltung allein nicht schultern kann.

Dienstleister steht bereit

Für solche Fälle gibt es Dienstleister, eben die Firma Kubus in Schwerin, ein Unternehmen der kommunalen Spitzenverbände in Deutschland. Im Auftrag des bayerischen Gemeindetags bietet Kubus an, die Ausschreibung zu bündeln. Die Kosten für diesen Service belaufen sich auf etwa 2750 Euro netto. Aus wirtschaftlichen Gründen sollte man sich auf den Bezug von Normalstrom einigen, lautet die Empfehlung dazu.

Da hatte die Verwaltung aber die Rechnung ohne Grünen-Stadtrat Scheller gemacht. Der hatte sich vorab informiert und wusste, dass die Amberger Stadtwerke bereits mehrfach Ausschreibungen als günstigster Ökostromanbieter gewonnen hätten. "Warum also in die Ferne schweifen?", fragte er. Die Gemeinde Kümmersbruck, aus Schellers Sicht vergleichbar mit Auerbach, mache es vor und beziehe 100 Prozent ihres Stromes ökologisch von den Stadtwerken.

"Wir dürfen uns den Stromlieferanten nicht aussuchen", erläuterte Bürgermeister Neuß und verwies auf die Pflicht, den Bezug in ganz Europa auszuschreiben. Scheller konterte, "die Stadt kann aber vorab Kriterien festlegen, nach denen sie Strom beziehen möchte". Die Verpflichtung eines Rechtsbeistandes sei dann nötig, was die Kosten in die Höhe treiben würde.

Sparmöglichkeiten nutzen

Martin Weiß (Freie Wähler/Aufschwung Auerbach) forderte, Strom einzukaufen, wo er am günstigsten sei, zumal niemand kontrollieren könne, was aus der Steckdose kommt. Die Einsparmöglichkeiten auf städtischer Seite zu optimieren, regte Dr. Edmund Goß (SPD) an.

Herbert Appl (CSU) schlug dann vor, den Punkt zu vertagen, um sich zu erkundigen, wie Kümmersbruck oder anderen Landkreisgemeinden vorgegangen sind. Für Hauptamtsleiter Uwe Lindner kein Problem, da der Antrag erst am 25. Mai vorliegen müsse. Um eine EU-weite Ausschreibung komme man nicht herum, aber es sei möglich, vorab die städtischen Kriterien zu prüfen. Dem stimmte der Stadtrat geschlossen zu; der Punkt kommt auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung.
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