Kultur zum Probieren

Für ihre Gäste hat die 19-jährige Yeshimebet Ayalew gerne den ganzen Tag in der Küche verbracht und äthiopische Speisen zubereitet. Bild: rgl

Normalerweise essen Pfarrer Arnold Pirner und seine Gemeinde mit Messer und Gabel. Für einen Abend verzichteten sie aber auf Besteck und ließen sich von einer jungen Asylbewerberin in die äthiopische Kultur entführen.

Luhe-Wildenau.(esm) Die afrikanische Essgewohnheit hat die 13 Gäste sofort begeistert. Den ganzen Tag hat Yeshimebet Ayalew in der Küche verbracht, um dafür landestypische Soßen, Teigfladen und süßen Kuchen mit Kreuzkümmel zuzubereiten. Es war ihre Art, sich bei der Gemeinde für die Unterstützung zu bedanken.

Teil der Gemeinschaft

Seit circa zwei Jahren lebt die 19-Jährige in Deutschland, seit einem Jahr in Luhe. Über den neuen Wohnort ist sie glücklich: "Ich fühle mich hier wohl und die Menschen haben mich gut aufgenommen."

Ihre engste Vertrauensperson sei Pfarrsekretärin Rita Gleißner, die sie auch mehrmals die Woche besuche. Gemeinsam mit Pfarrer Arnold Pirner kümmert sie sich um Yeshi. "Ich nehme sie mit zu Treffen vom Frauenbund oder sie begleitet uns bei Ministrantenausflügen", so Gleißner.

Mit Nachhilfe in Deutsch oder Algebra unterstützen sie Yeshi außerdem darin, ihre beruflichen Ziele zu erreichen. "Ich will nämlich Krankenschwester werden", sagt die junge Frau fest.

An der Berufsschule Weiden holt die Äthiopierin den Hauptschulabschluss nach und strebt anschließend den Quali an. Für diesen Traum arbeitet sie hart und beeindruckt andere mit ihrem Fleiß: "Sie hat sich den Stoff eines Schuljahres ganz allein beigebracht."

Richtige Würze

Damit es wie in ihrer Heimat schmeckt, hat sie äthiopische Gewürze in einem afrikanischen Laden in Nürnberg gekauft. Weil es für Deutsche sonst viel zu scharf sei, habe sie die sparsam verwendet. Den Geschmack der Gäste hat sie trotzdem getroffen. "Das sollte es Zuhause auch mal geben", so das Fazit.
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