Ländlichen Raum weiter stärken

Die Auftaktveranstaltung zur Schwarzacher Kirchweih stand unter dem Motto "Besser kennenlernen und miteinander reden". CSU-Ortsvorsitzender Albert Bierler (Mitte) stieß mit den Rednern (von links) Landrat Thomas Ebeling, MdL Alexander Flierl MdB Karl Holmeier und Bürgermeister Alois Böhm nach dem offiziellen Teil auf gute Gespräche mit den Besuchern an. Bild: ohr

Politik und geselliges Beisammensein prägten die Auftaktveranstaltung zur Schwarzacher Kirchweih unter dem Motto "Besser kennenlernen und miteinander reden". Die Referenten richteten den Fokus vorwiegend auf regionale Themen und brachen eine Lanze für den ländlichen Raum.

Nach dem Standkonzert auf dem Vorplatz des Gemeindestadls mit der "Blaskapelle Auerbachtal" hieß CSU-Ortsvorsitzender Albert Bierler die Gäste aus Politik und Repräsentanten aus dem öffentlichen Leben willkommen. Bürgermeister Alois Böhm beleuchtete zunächst historische Besonderheiten seiner Gemeinde und sprach aktuelle Themen an - zum Beispiel die demografische Entwicklung. Die staatliche Entwicklungspolitik ziele auf eine vergleichbare Entwicklung der ländlichen Regionen, aber die ganz kleinen Orte hätten kaum Chancen bei Baumöglichkeiten und Gewerbeansiedlungen, führte das Gemeindeoberhaupt aus. Die Infrastruktur der Region konzentriere sich im Bereich entlang der Naab.

Die A93 sowie die Bahnlinie Hof-Regensburg brächten Vorteile, verursachen aber auch eine deutliche Lärmbelästigung für die Anwohner. Nachdem die Elektrifizierung der Bahnlinie das Verkehrsaufkommen steigere, müsse dem Lärmschutz erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet werden. In der Breitbandversorgung als wichtigem Standortfaktor ist die Gemeinde laut Böhm auf gutem Weg.

"Das Wahlprogramm wird umgesetzt", signalisierte Landrat Ebeling in seinem Beitrag. Bezüglich der Wirtschaftspolitik werden viele Gespräche mit Unternehmen geführt. Thema Finanzen: Der Schuldenstand des Landkreises in Höhe von 35 Millionen vermindere sich durch die Tilgung von 3,2 Millionen heuer auf circa 32 Millionen. Auch für das Krankenhaus Nabburg ergebe sich bis zum Jahresende eine Nachfolgenutzung. Krisenherde in der Welt bedingen Flüchtlingsströme. Die Hausaufgaben für die 1000 Asylbewerber im Landkreis Schwandorf seien gemacht. Es gebe keine nennenswerte Probleme. "Insgesamt ist die Lage im Griff", konstatierte der Landrat.

Strom im Mittelpunkt

Für CSU-Landtagsabgeordneten Alexander Flierl spielte die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in der Stadt und auf dem Land eine wichtige Rolle. Die Ausgangslage sei so gut wie niemals zuvor: Die Beschäftigungszahl liege in Bayern bei fünf Millionen, und die Arbeitslosenquote sei auf drei Prozent gesunken. Aktuell seien Stromtrassen das "heißeste Thema" und stellen die größte Aufgabe in den kommenden Monaten dar. Trassen dürften nicht isoliert betrachtet werden, sagte Flierl. Auch der Strommarkt, Klimaschutz, Effizienz und Energieeinsparung sowie der Netzausbau müssten in diesem Zusammenhang betrachtet werden. Die Erdverkabelung habe nun Vorrang gegenüber Freileitungen. Eine übermäßige Belastung der Oberpfalz müsse aber dennoch verhindert werden, forderte der Sprecher. Die Finanzen und die Infrastruktur seien die Schlüssel für ein starkes Bayern. Hier seien die richtigen Weichen gestellt und die richtigen Entscheidungen getroffen worden, so sein Fazit.

In seinem Statement bezeichnete Staatssekretär a. D. Otto Zeitler den Auftakt zur Schwarzacher Kirchweih als einen "Stammtisch zum Gedankenaustausch". Er sagte, dass die Sprache in der Politik mittlerweile oftmals einen zu diplomatischen Anstrich erhalte. "Die Sprache der Politiker muss die Bevölkerung verstehen", hob der Redner hervor.

Wieder "schwarze Null"

"Im Landkreis Schwandorf wird hervorragende Politik betrieben", betonte Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier in seinem Redebeitrag. Ohne Steuererhöhung schreibe der Bundeshaushalt 2016 erneut eine "schwarze Null". Der sich in Bearbeitung befindliche Bundesverkehrswegeplan beinhalte auch Maßnahmen in der Region. Hinsichtlich der Thematik Griechenland müsse ein Weg gefunden werden, "wo Leistung und Gegenleistung stimmen", plädierte der Parlamentarier.
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