Lampenfieber statt Vogelgrippe

Begeistert war Gutachter Josef Hanauer aus Wiesau, Bezirkszuchtwart für Rassetauben, von einer "Show Racer schwarzweiß gescheckt". Das Prachtexemplar gehört Züchter Bernhard Müller. Zur Vergabe der Bestnote vorzüglich musste ein weiterer Richter gegenprüfen. Ausstellungsleiter Wolfgang Dobmeier (re) freute sich mit.

Von wegen Vogelgrippe. Auch wenn sie in der Oberpfalz angekommen ist. Die Krankheit ist für den Eschenbacher Kleintierzuchtverein weit weg. Bei der Lokalschau des Vereins war sie nur ein Randthema.

Adventszeit ist für die Kleintierzüchter Erntezeit. Stolz präsentieren die Tierfreunde bei den Lokalschauen ihre Züchtungen und hoffen auf gute Noten. Die Anerkennung als schönes Rassetier ist dann der Lohn für die Tierpflege während des Jahres. Bei der Lokalschau des Kleintierzuchtvereins strahlten am Wochenende viele Züchter.

Für die Laien sind die Ausstellungen eher ein Spektakel. Schon beim Betreten der Halle kam den Besuchern ein Tierstimmen-Gewitter entgegen. Gänse- und Entengeschnatter, das Gegacker der Hühner, das Krähen stolzer Hähne und das ständige Gurren der Tauben. Der im spätherbstlichen Grün geschmückte Schauraum war erfüllt vom Stimmengewirr. "Das ist Musik in unseren Ohren", schwärmte Werner Kennel Junior, neuer Vorsitzender des größten Kleintierzuchtvereins weit und breit.

Züchter aus dem gesamten Vierstädtedreieck gehören zum Verein und auch das Kemnather Land ist vertreten. Eine tragende Säule ist Josef Dötterl aus Berndorf. Seit vielen Jahren führt er die Kaninchensparte. Seine Langohren machten den Lärm-Tsunami wieder wett durch elegante Präsenz, mit glänzend präparierten Oberkleidern. Den Kleintierzüchtern gehörte am Wochenende mit ihren Prachtexemplaren die Aufmerksamkeit der Zweibeiner. 430 Tiere hatten die acht Gutachter zu bewerten. Sie nahmen mit geübten Blicken ihre Punktebewertung vor. 28 Rassen hatten die Prüfer zu beurteilen. Herkunft, Gesamteindruck, Rassemerkmale von Kopf und Schnabel bis zum Schwanz, Farbenschläge und Zeichnungen. Den Experten entgingen nicht einmal winzige Details.

Immer dabei: Jürgen Plohmann, Zuchtwart für Geflügel, die Ausstellungsleiter Werner Kennel und Wolfgang Dobmeier (Geflügel) sowie Josef Dötterl und Florian Götz (Kaninchen). Mit Spannung warteten die "Ober-Züchter" auf die Noten. Mit Bewertungen wie vorzüglich nach dem derzeitigen Zuchtstand (v), hervorragendes Rassetier (hv) oder sehr gut und gut und Punktezahlen bis zum Höchstwert von 97 brauchten die Richter nicht zu geizen. "Klasse Tiere", murmelte ein Gutachter.

Klasse war für Josef Dötterl auch das Ergebnis der Begutachtung der 68 Langohren vom "Blauen Wiener" bis zur "Zwerg-Rexe castorfarbig". Die bunten Rosetten an Käfigen signalisierten Erfreuliches. Näheres ist bei der Meisterschaftsfeier zu erfahren. Josef Dötterl verwies auf die Ehrungen am kommenden Samstag. Zahlenmäßig triumphierte allerdings das bunte Federvieh über die Kaninchen-Gesellschaft. 383 Enten, Gänse, Hühner, Gockel, Tauben und Ziergeflügel hatten die Preisrichter zu bewerten. 28 Züchter, davon 10 Jugendliche, waren angetreten, um mit ihren "besten Stücken" im Schlag, Stall oder Käfig ihr züchterisches Können unter Beweis zu stellen.

Bei so vielen Tierschönheiten konnte eine Bilanz des Erfolges nicht ausbleiben. Nach der Schlussbesprechung durften Veranstalter und Züchter jubeln. Bis zu 97 Punkten und einem "v" für vorzüglich reichten die vergebenen Noten. Einer bunten Rosettenlandschaft glichen schließlich die Käfigreihen. Auch die Leitung der Geflügelsparte verrät ihr Gesamtergebnis erst in der Meisterschaftsfeier. "Sieger wird es viele geben", verriet Kennel. Zu den Gewinnern zählte er auch das Publikum. Es besuchte zahlreich die Schau und freute sich mit den Vereinsmitgliedern. Eine Tombola bereicherte die Schau und auch für das leibliche Wohl war viel geboten.
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