Landkreis-Feuerwehren klagen über immer weniger Nachwuchs - Neuwahlen und Ehrungen
"Ohne Jugend keine Zukunft"

Neustadt/WN. (arw) Entgegen dem positiven Trend in der Oberpfalz verloren die Feuerwehren im Landkreis Neustadt im vergangenen Jahr 63 Jugendliche. Erfreulich sei, dass die Zahl der Mädchen steige. Die Ehrengäste waren voll des Lobes über die engagierte Arbeit im Kreisverband.

Der Kreisjugendwart, Kreisbrandmeister (KBM) Bernd Hutzler, war in der Stadthalle mit 114 Delegierten aus 103 Jugendfeuerwehren sehr zufrieden. Dass sich die Jugendlichen engagieren wollten, zeigte der schnelle Ablauf der Neuwahl, die erstmals der stellvertretende Landrat Albert Nickl leitete.

Spitzenplatz in Bayern

Gewählt wurden Jugendsprecher Patrik Hößl (Feuerwehr Grafenwöhr), Stellvertreter Michael Pfleger (neu Pressath), Kassiererin Laura Müller, Schriftführerin Kristin Bamler. Fachbereichleiter für den KBI-Bereich West sind Maria Bräutigan (Schwarzenbach) und Miriam Schuller (Kirchenthumbach), für den Bereich Mitte Felix Müller (Floß) und Johannes Ludwig (neu Lanz), für den Bereich Ost Alexander Kleber (Waldthurn) und Wolfgang Gollwitzer (Wittschau). Inspektionsjugendwart- West ist Christina Lenk (Kirchenthumbach), Mitte Sara Friedrich (Windischeschenbach) und Ost Andrea Zöpel (Pfrensch).

Verabschiedet wurden Fredrick Nürnberg und Markus Kummer. Landrat Nickl sieht in der Jugend die Zukunft. Die Feuerwehr sei die wichtigste Hilfseinrichtung im Landkreis. Zur Feuerwehr gehöre neben dem Helfen auch die Pflege der Kameradschaft.

Für Kreisbrandinspektor Hans Rewitzer ist es "lebenswichtig", die Jugend zu gewinnen: "Ohne Jugend keine Zukunft." Die Oberpfalz nehme mit 10 037 Jugendlichen einen Spitzenplatz in Bayern ein, freute sich Bezirksjugendwart Heinrich Scharf. Er lud den Kreisverband zum Bezirksentscheid am Samstag, 23. Mai, nach Schwandorf und zum Landesfeuerwehrtag von Donnerstag bis Samstag, 4. bis 6. Juni, nach Cham ein.

Oft andere Interessen

Überrascht wurde der Waidhauser Jugendwart Hans Peter Müller: Für seine 15-jährige Tätigkeit erhielt er von Scharf die silberne Ehrennadel. Kreisbrandmeister Hutzler sprach von einer Vielzahl von Veranstaltungen. Er nahm an 127 Terminen teil und legte 6450 Kilometer zurück. In Zusammenarbeit mit den Jugendlichen der Feuerwehr Weiden sei viel erreicht worden.

Traurig mache Hutzler der Rückgang der jungen Mitglieder. Zum Jahresende gab es in den 103 Jugendfeuerwehren 613 Jungs und 298 Mädchen. Das seien 63 Anwärter weniger. Die Gründe für die Austritte seien, dass der Nachwuchs anderen Interessen nachgehe. Die Ursachen dafür müssten die Wehren aber bei sich selbst suchen. Wegen Wohnungswechsel, Schule, Berufsausbildung und anderen Vereinen verließen nur wenige die Jugendgruppen. Gedanken über den Nachwuchs müssten sich zurzeit 26 Gruppen machen. 77 weibliche Mitglieder wurden in die Gruppen aufgenommen, und bei 67 Wehren wurden weibliche Jugendliche in die aktive Wehr übernommen.

Für die Ausbildung wurden 9047 Stunden aufgewendet. An Vorbereitung und Nacharbeit kamen noch einmal 8028 Stunden zusammen. 234 Jugendliche erhielten die Wissenstestplakette in Bronze, 173 in Silber und 117 in Gold. Mit einer Urkunde wurden 93 Anwärter bedacht. Die Leistungsprüfung "Die Gruppe im Löscheinsatz" in der Stufe Bronze legten 106 Jugendliche ab. Die Jugendflamme der Stufen eins bis drei wurde im Landkreis 93 Mal vergeben. Am Samstag, 11. Juli, ist im Eisstadion Weiden ein Benefizkonzert mit den "Rotzlöffln". Karten gibt's bei Kreisjugendwart Hutzler.
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