Landrat und Vorstand zum Krankenhaus-Ergebnis 2013
"Kosten sind schwer zu verteilen"

Landrat Richard Reisinger und Vorstand Klaus Emmerich freuen sich beim Jahresergebnis über schwarze Zahlen in St. Anna. Bild: Gebhardt
Der Kreisausschuss hat die Haushaltsmittel zum Verlustausgleich für das Kommunalunternehmen "Krankenhäuser des Landkreises Amberg-Sulzbach" von gut 792 000 Euro freigegeben. Was verbirgt sich hinter dieser Summe, wie kommt sie zustande? Unsere Zeitung sprach mit Verwaltungsrats-Vorsitzendem Landrat Richard Reisinger und Vorstand Klaus Emmerich.

Das fünfte Jahr in Folge kann das St.-Anna-Krankenhaus auf ein positives Jahresergebnis zurück blicken. Wie viel Geld blieb denn 2013 übrig?

Mit gut 61 700 Euro ist der Gewinn zwar nicht hoch ausgefallen - im Bundesvergleich steht das St.-Anna-Krankenhaus jedoch sehr gut da. Gerade 46 Prozent der bundesdeutschen Krankenhäuser schreiben 2013 ein positives Jahresergebnis, zwölf Prozent haben ein ausgeglichenes. In der Gruppe der Krankenhäuser mit 50 bis 300 Betten sind es gerade noch 44 Prozent. Dass St. Anna zu diesen noch wirtschaftlich gesunden Krankenhäuser zählt, macht uns stolz!

Worauf führen Sie das zurück?

Ausschlaggebend ist die schon 2013 einsetzende zunehmende Patientenbindung. Mit gut 8500 stationären Patienten hat das St.-Anna-Krankenhaus im Jahr 2013 ein Rekord-Behandlungsergebnis erzielt. Im Kommunalunternehmen wurden sogar erstmals mehr als 10 000 Patienten stationär betreut.

Trotzdem steht ein Verlustausgleich an.

Natürlich würde sich der Landkreis für das Kommunalunternehmen insgesamt ein positives Jahresergebnis wünschen. Aber es befand sich die im November 2012 geschlossene Wachkomastation 2013 in Liquidation. Und die St.-Johannes-Klinik Auerbach tut sich aufgrund der begrenzten stationären Betten schwerer, die immensen Kosten von Verwaltung, Qualität, Hygienemanagement und vielem anderen leistungsgerecht auf die geringere Patientenzahl zu verteilen.

Ist der Verlustausgleich für den Landkreis problematisch?"

Nein. Beide Krankenhäuser sind für den Landkreis wegen ihres regionalen Versorgungsauftrags unverzichtbar. Die Bevölkerung hat Anspruch auf eine menschliche, wohnortnahe und qualitativ hochwertige stationären Versorgung. Hier erfüllen das St.-Anna-Krankenhaus und die St.-Johannes-Klinik einen unersetzbaren Auftrag. Das ist dem Landkreis eine Finanzspritze für seine Krankenhäuser wert.

Der Landkreis steht zu seinen insgesamt 700 Beschäftigten und bekräftigt die hohe Bedeutung des Kommunalunternehmens als Wirtschaftsfaktor in den Regionen Sulzbach-Rosenberg sowie Auerbach.
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