Landwirte fachsimpeln

Mit einer Flut an Neuerungen sahen sich die Landwirte in der Gebietsversammlung des Bayerischen Bauernverbands im "Weißen Rössl" konfrontiert. Referenten waren Geschäftsführer Hans Winter und Vorstandsmitglied Reinhard Brunner.

Floß. (le) Verbands- und Agrarpolitik sowie Sozial-, Steuer- und Rechtsfragen standen im Mittelpunkt. An diesem Abend hatten sich viele Ortsbäuerinnen und Ehrengäste, darunter Ehrenkreisobmann Erich Schieder, dritte Bürgermeisterin Rita Rosner und Bürgermeister Markus Ludwig aus Störnstein, eingefunden.

Ortsobmann Markus Schieder betonte die Geschlossenheit der Landwirte im Flosser Amt. "Wir haben zu jeder Zeit die Zeichen der Zeit erkannt und können durch unsere Selbsthilfeeinrichtungen in Anspruch nehmen, den Blick stets nach vorne gerichtet zu haben."

Geschäftsführer Winter bestätigte dies. In seinem Referat sprach er das neue Vorschussverfahren bei der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft an. Die Beiträge müssten nicht nur zur Finanzierung der Ausgaben bis Jahresende, sondern bis zum Eingang der Zahlungen des Folgejahres ausreichen. Den Weg über eine Beitragserhöhung zur Regelung der Anschlussfinanzierung wolle der Vorstand der Sozialversicherung (SVLFG) nicht gehen.

An dem Lehrgang für Pflanzenschutzsachkunde, der bis Ende 2015 möglich ist, führe kein Weg vorbei. Wer versäume seinen Ausweis zu beantragen, müsse mit dem Verlust des Bestandsschutzes rechnen, was zugleich den Verlust des Gehilfen- oder Meisterbriefes bedeuten. Der Greening-Check des Bayernverband ist ab Januar nur für Mitglieder möglich. "Nehmen Sie ihn in Anspruch, damit kein Cent verloren geht."

Rente ab 63 Jahren

Winter beschäftigte sich mit den wesentlichsten Bestimmungen des Rentenversicherungs-Leistungsverbesserungsgesetzes durch die Rente ab 63 Jahren bei mindestens 45 Beitragsjahren, der Anerkennung von Kindererziehung und dem Reha-Budget.

Breiten Raum nahm das Referat von Vorstandsmitglied Reinhard Brunner ein, der die Grüße von Kreisobmann Josef Fütterer überbrachte. Brunner befasste sich mit der neuen EU-Agrarpolitik (GAP) bis 2010. Dazu gehörten die Junglandwirteförderung, die Umverteilungsprämie, das Greening und die Basisprämie.

Diese sei an Cross-Compliance gebunden und werde bundesweit einheitlich ab 2019 bei 175 Euro je Hektar, 2015 in Bayern bei 187 Euro eingeführt. Das Greening und die Anbauüberlegungen für 2015 beinhalten drei Elemente, die in der Anbaudiversifizierung, dem Erhalt von Dauergrünland und ökologischer Vorrangflächen liegen. Brunner erläuterte die drei Grundelemente. Betriebe bis zu 10 Hektar Ackerfläche seien befreit. Eingeführt wurde das Umbruchverbot für Dauergrünland, das in Bayern seit Juni 2014 gilt. Gespannt lauschten die Landwirte dem aktuellen Stand der Novelle der Düngeverordnung. Sperrfristen für Ackerland dauerten nach der Ernte der Hauptfrucht bis 31. Januar. Eine Ausnahmefrist gelte ab 1. Oktober bis 31. Januar. Beim Grünland habe sich die Sperrfrist von 2,5 auf drei Monate (1. November bis 31. Januar) mit der Möglichkeit der Verschiebung um vier Wochen verlängert. Lagerkapazität und Gewässerabstände gehörten ebenfalls zur Information. Auch der Milchmarkt beschäftigte den Referenten.

Zu viel Bürokratie

Die Landwirte machten in der anschließend Diskussion ihren Unmut über die Flut der Neuerungen Luft. Die Bürokratie werde nicht weniger, vielmehr sei ein deutlicher Anstieg der Wirrnis in den gesetzlichen Bestimmungen und Verordnungen gegeben. Die Frage sei, wie lange das so weitergehen könne.
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