Landwirte setzen auf Zukunft

Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (rechts, mit der weiteren CSU-Mandatsträgern) besuchte den neuen Stall der Familie Gretsch in Kleinsterz. Bild: jr

So etwas hat es in der kleinen Ortschaft noch nicht gegeben. Ein Minister besucht eine Familie auf ihrem Hof. Und will etwas wissen von den Sorgen und Problemen der Bauern.

Minister Helmut Brunner, Landwirtschaftsmeister und Besitzer eines Hofes im Bayerischen Wald, zeigte sich interessiert und lobte die Familie Gretsch. Sohn Martin (26) ist als Agraringenieur mit ins heimische Unternehmen eingestiegen. 70 Milchkühe bewirtschaftet die Familie Gretsch in ihrem hochmodernen Außenklimastall, der 2013 in Betrieb genommen wurde. Geleitet wird der Betrieb vom 55-jährigen Karl Gretsch. Die Betriebsnachfolge war auch der Grund für den Neubau der Stallungen. "Eigentlich wollte ich mit meinem Betrieb aussiedeln, aber jetzt bin ich froh, dass ich im Ort geblieben bin", sagte Karl Gretsch.

"Wir leben auf dem Land"

Der Minister fragte nach, wie das wäre mit der Geruchsbelästigung und den Nachbarn. Gretsch betonte, es gebe keinerlei Schwierigkeiten. "Wir leben hier auf dem Land." Und Sohn Martin ergänzte: "Die Förderung beim Neubau war gut, deshalb war die Entscheidung für die Investition auch richtig. Der Neubau war auch eine Entscheidung für den eigenen Betrieb und dass ich wieder in die Heimat komme.".

Familie als Einheit

CSU-Kreisvorsitzender Tobias Reiß sagte: "Wir wollen heute unserem Minister zeigen, dass auch bei uns in der Region investiert wird." Die Familie funktioniere als Einheit. "Fast die Hälfte unseres Landkreises wird landwirtschaftlich bewirtschaftet", wusste der MdL. "Wir wollen Landwirtschaft und unsere Heimat vorwärts bringen." Bürgermeister Roland Grillmeier stellte heraus, dass viele junge Landwirte in der Region für ihre Zukunft investieren. "Unsere Landwirte stellen sich der Zukunft." Beim Rundgang ließ sich Brunner alles genau erklären, fragte nach und zeigte sich als Kenner der Materie. Als er die Photovoltaikanlage auf dem Elternhaus erblickte, sagte er: "Dies ist wohl die Altersvorsorge?" Beim gemütlichen Beisammensein auf der Terrasse der Familie Gretsch - es gab selbst gebackenen Kuchen, Milch und kühle Getränke - wurde eifrig gefachsimpelt. Minister Helmut Brunner trank derweil frische Milch. "Sie investieren in ihre Zukunft und das ist gut so." Dem Unternehmen wünschte er weiter gesundes Wachstum.

Konsens schwierig

Über die Probleme einer bundesweiten gemeinsamen Agrarpolitik sagte Brunner nur so viel: "Wir haben 16 Bundesländer, darunter sind acht Landwirtschaftsminister von den Grünen." Da einen Konsens sei mitunter schwierig. "Ich kann Ihnen sagen, das ist nicht immer einer Harmonieveranstaltung."
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