Langer "Leich-Trunk"

Zwei Bierflaschen und einige "Klopfer" versenkten die Vorsitzenden des Kirwa-Vereins, Sebastian Wohlrab und Andreas Theobald (vorne, von rechts), in der Erde. Damit war die Kirchweih symbolisch zu Grabe getragen. Bild: rn

Trauermusik, Teelichter, Taschentücher: Die Eschenbacher Kirchweih 2015 ist Geschichte. Das fröhliche Treiben unter dem Kirwa-Baum am Marienplatz endete nach fünf Tagen mit einer ergreifenden Beerdigungszeremonie.

Spielte am Sonntag in den Nachmittags- und Abendstunden ein Duo aus Vorbach mit flotten Weisen auf, so gaben sich am Montag drei weitere leidenschaftliche Instrumentalisten ein Stelldichein: Walter Thurn, Manfred Schieder und Reinhold Meier versetzten mit ihren Weisen das Publikum im wohlig-warmen Festzelt in Hochstimmung. Die Besucher sangen kräftig mit, schunkelten und legten spontan ein Tänzchen aufs Parkett.

Um 22 Uhr bahnte sich die Trauerzeremonie an. "Wir müssen leider zum Eingrab'n geh'n", erklärte Sebastian Wohlrab, der Vorsitzende des Kirwa-Vereins. Angeführt von den Musikanten ging's hinaus in die sternenklare Nacht zum Kirwa-Baum.

Die Trauergemeinde stellte brennende Teelichter ab, und nicht nur Wohlrab und Andreas Theobald, die beiden Vorsitzenden, verharrten mit trüben Mienen vor dem offenen, einen Meter tiefen Kirchweih-Grab. "Wir werden dich auferwecken im nächsten Jahr", versicherte Wohlrab jedoch am Ende seiner kurzen Trauerrede. Gemeinsam versenkten die beiden Vorsitzenden zwei Flaschen Bier, denen "Klopfer" mit auf den Weg gegeben wurden.

Als der Aufruf "Rückmarsch zum Leich-Trunk" ertönte, war allerdings alle Trauer vergessen. Zu flotter Musik ging's zurück zum Zelt, wo weiterhin "gesündigt" wurde. Nicht nur dank der Musikanten wurde es noch eine lange letzte Kirwa-Nacht. Dem noch jungen Kirwa-Verein - gegründet 2014 - ist mit seiner Kirchweih-Initiative eine Bereicherung des gesellschaftlichen Lebens der Rußweiherstadt gelungen.
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