Langer Samstag, kurzer Prozess

Daniel Beier punktete für FEB Amberg im Ligaspiel und in der Pokalpartie in Zerbst. Bild: Ziegler

Eine einfache Fahrt, aber eine doppelte Abfuhr kassierten die Kegler von FEB Amberg beim Auftritt in Zerbst - wie erwartet. Das einzige, das nicht ganz wie vorhergesehen kam, war das Ergebnis der Pokalpartie.

Für die Kegler von FEB Amberg gabe es bei der weltbesten Clubmannschaft nichts zu holen. Im Ligaspiel blieben die Oberpfälzer ohne jede Chance, holten lediglich vier Sätze, brachten aber das Kunststück fertig, damit immerhin ein schmeichelhaftes 2:6 (3550:3902) zu ertrotzen.

Im darauffolgenden Pokalviertelfinale war Amberg deutlich gleichwertiger und gestaltete die Partie recht offen. Das zeigt schon die Tatsache, dass man mit 11:13 fast Satzgleichstand erreichte und auch nach Kegeln erst ganz zum Schluss mit 3597:3695 etwas den Anschluss verlor. Dieses Mal holten sich aber die Hausherren die knappen Duelle, so dass FEB mit 1:7 aus dem Wettbewerb ausschied.

Im Ligaspiel demonstrierten die Gastgeber ihre Übermacht. Schon im Startpaar ließ Marcus Gerdau den Amberger Rainer Sattich mit 666:575 keine Chance. Nicht anders erging es im weiteren Spielverlauf Wolfgang Häckl (569), Matthias Hüttner (532) und Bernd Klein (586), die wie Sattich mit 0:4 und knapp 100 Kegeln Differenz unterlagen. Zu dominant agierten Thomas Schneider (667), Uros Stoklas (636) und vor allem Boris Benedik, der mit der Weltklasseleistung von 691 Kegeln nur um einen Zähler den bestehenden Bahnrekord verfehlte.

Das Amberger Fähnlein wurde indes hochgehalten von Daniel Beier, der als bester Amberger Mathias Weber ein prächtiges Match lieferte und bei 2:2 Sätzen mit tollen 647:637 Kegeln den Punkt für sein Team sicherte. Ihm gleich tat es Jürgen Zeitler, der in einem pikanten Duell gegen seinen Nationaltrainer Timo Hoffmann das Geschehen diktierte und ebenfalls mit 2:2 (641:605) die Oberhand behielt.

Ganz zufrieden war man im Amberger Lager nicht, doch gegen die Zerbster Übermacht wäre auch in Topform nicht mehr zu holen gewesen. Im Laufe des folgenden Pokalspiels stellte sich dann auch heraus, dass die Hausherren mit diesem Sieg die zehnte deutsche Meisterschaft in Folge geholt hatten, da am Nachmittag Verfolger Schwabsberg in Lorsch patzte.

In eben jenem Pokalduell war der Spielverlauf dann deutlich spannender, wenngleich FEB aufgrund knapp verlorener Duelle die Chance verpasste, den Favoriten wirklich in Bedrängnis zu bringen. Interessant war, dass der Underdog die Belastung durch das erste Spiel offenbar besser wegsteckte als der Favorit, der trotz zwischenzeitlicher Bahnpflege bei Weitem nicht mehr so dominant auftrat.

Gleich am Start hatten Bernd Klein und Jürgen Zeitler beide die Chance, zu punkten. Doch beide unterlagen mit jeweils 2:2 Sätzen denkbar knapp gegen Thomas Schneider und Axel Schondelmaier. Die Frage, wie das Spiel weiter verlaufen wäre, wenn Amberg mit einer 2:0 Führung ins Mittelpaar gegangen wäre, ist müßig, denn mit dem 0:2 ging am späteren Ausscheiden kaum noch ein Weg vorbei. Daran änderte auch das 3:1 des gut aufgelegten Daniel Beier gegen Torsten Reiser nichts.

Andreas Schwaiger kam über ein 1:3 gegen Uros Stoklas nicht hinaus. Im Schlusspaar unterlag auch das Duo Wolfgang Häckl/Matthias Hüttner mit 1:3 gegen Boris Benedik. Rainer Sattich sah gegen Timo Hoffmann lange Zeit wie der sichere Sieger aus, wurde aber auf den letzten Würfen noch abgefangen und unterlag bei Satzgleichstand mit 598:603. Insgesamt gelang es FEB, einen halbwegs attraktiven Gegner für den langen Kegelsamstag abzugeben. Ein echter Prüfstein für die Hausherren waren die Amberger jedoch nicht.
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