Langer Weg zum Turm

Vor dem Aufstieg auf den Ossingerturm erklärte der Königsteiner CSU-Vorsitzende Klaus Hafner (links) die Geschichte dieser neuen Attraktion der Marktgemeinde. Bild: wku

Der höchste Berg einer Gegend ist der richtige Platz für einen Digitalfunkmast. Bis sich diese Erkenntnis für den Ossinger durchsetzte, musste allerdings erst einmal das "Florians-Prinzip" durchbrochen werden.

"Wir haben den Turm umsonst bekommen. Deshalb verlangen wir auch von den Besuchern keinen Eintritt", erklärte Klaus Hafner, der Vorsitzende des CSU-Ortsverbands Königstein-Hirschbach, warum am Ossinger kein Kassenhäuschen steht.

Er hatte zu einer Herbstwanderung mit Turmbesichtigung und anschließender Einkehr in der Hütte eingeladen. 25 Leute ohne Höhenangst nahmen teil. Hafner ging vorab auf die etwas ungewöhnliche Vorgeschichte des Turms ein.

Der Freistaat Bayern suchte vor einigen Jahren einen Standort für den Sendemast des Digitalfunks und nahm den Ossingerturm ins Visier. Die Gemeinde lehnte das wegen statischer Probleme ab. Es folgte ein langer Prozess, bei dem jede Behörde ihren Zuständigkeitsbereich für ungeeignet erklärte und zu einer anderen Stelle verwies.

Schließlich schrieb Bürgermeister Hans Koch "einen vehementen Brief", und daraufhin holte das Innenministerium alle beteiligten Stellen in München an einen Tisch. Staatssekretär Gerhard Eck verlangte Antworten, warum in dieser Sache so lange nichts vorwärts ging. Eine Dreiviertelstunde später entschied er, dass der Freistaat einen neuen Turm baut.

"Der Ossinger ist die höchste Erhebung in dieser Gegend. Daher war gerade dort die Installation des Digitalfunks notwendig", unterstrich Hafner. 40 Kubikmeter Lärchenholz wurden verbaut. Die Turmelemente wurden in Bischofsreuth gelagert, mit einem Spezialhubschrauber aus der Schweiz zum Berg geflogen und dort zusammenmontiert.

Nach zweieinhalb Tagen war der Turm fertig. Er ist 22 Meter hoch und kostete eine Million Euro, wobei der zwischenzeitliche Ersatzturm, die Wege und die Kabelverlegung eingerechnet sind. Im Winter ist der Zutritt aus Sicherheitsgründen verboten. Ansonsten ist der Turm kostenlos und frei zugänglich.

Die Zuhörer stellten noch viele Fragen, bis sie schließlich den Turm besichtigten. Eine herrliche Rundumsicht erwartete sie. Danach kehrten sie in die urige Ossingerhütte ein.
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