Laser gegen schwarze Ritter

Akzeptieren Sie die unabänderliche Diagnose der Erkrankung, aber nicht die Prognose der Medizin.

Vor 17 Jahren reicht eine etwas blass gewordene Sprechstundenhilfe in einer Allgemeinarztpraxis in Ursensollen ihrem Chef einen Zettel mit schlimmen Laborbefunden. Als der Arzt nachfragt, zu wem denn diese niederschmetternden Werte gehören, antwortet die Mitarbeiterin nur: "Zu dir."

Vohenstrauß. (dob) Die Diagnose für den damals 52-jährigen verheirateten Arzt und Vater von drei Söhnen lautete Bauchspeicheldrüsenkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Von dieser Sekunde an veränderte sich das Leben des gebürtigen Backnangers, der in Heilbronn aufwuchs und der Liebe wegen in die Oberpfalz kam, komplett. "Von einem Tag auf dem anderen wurde ich vom hilfsbereiten Arzt zum hilflosen Patienten".

Als Dr. Eberhard Rau darüber am Mittwoch beim Landfrauenfrühstück im "Schloßwirt" erzählt, hören über 100 Damen und 3 Herren gebannt zu. Alle wissen: So eine Diagnose kommt dem sicheren Tod sehr nahe. Doch Rau hat überlebt und ist heute, 17 Jahre später, gefragter Referent auf großen Kongressen, Buchautor und vor allem: gesund und aktiv.

Geschäftsführer Hans Winter vom Bauernverband und Landfrauensprecherin Petra Hager waren überwältigt vom großen Publikumsinteresse. Jung und Alt fühlten sich vom angekündigten Thema "Stärkung der Selbstheilungskräfte. Wie man dem Körper hilft, sich selbst zu helfen" angesprochen.

Rund zwei Stunden erzählte der Mediziner, der damals seine Praxis aufgab und nun Vorstandsmitglied der Gesellschaft für biologische Krebsabwehr mit 25 000 Mitgliedern ist, kurzweilig von seiner Genesung, bei der die Kraft positiver Gedanken und geistige Heilmittel eine große Rolle spielten. Inzwischen weiß er: "Immer wieder wird es im Leben Tage, Stunden und Minuten geben, mit denen man nicht zurechtkommt." Betroffene sollten sich ganz genau informieren, wer in solchen Schicksalsmomenten helfen könne.

Vorsicht vor Versprechen

Rau vertraute nicht nur der Schulmedizin, sondern suchte sich aus unzähligen alternativen Heilmethoden eine für ihn geeignete Therapie. Jede ergänzende Heilmethode sei in Ordnung, wenn sie drei Dinge erfülle: Sie darf keine bleibenden Nebenwirkungen haben, keine illusorische Versprechungen machen oder den Geldbeutel leeren. Nicht alle Angebote seien vertrauenswürdig, warnte er. Als ersten Heilimpuls empfahl Rau, die Diagnose anzunehmen. Zugleich schränkte er dies ein: "Akzeptieren Sie die unabänderliche Diagnose der Erkrankung, aber nicht die Prognose der Medizin." In der ersten Nacht habe er ein tiefes, inneres Gebet formuliert, in dem er sich mit der Krankheit und den Tod auseinandergesetzt habe. "Meine Seele hat geantwortet, Ebo sei unbesorgt, alles was geschieht hat seine Richtigkeit."

"Ab diesem Moment war ich völlig angstfrei." Auch das Schreiben eines Tagebuches habe dem Schwerkranken geholfen. Die Vorstellungskraft nannte Rau einen wichtigen Impuls im Leben, deshalb wandte er die Visualisierung auch auf den Krebs an. Durch die Vorstellung der eigenen Heilung könne man die körpereigene Abwehr aktivieren, ist Rau überzeugt. Chemotherapie sei bei ihm so zum "Meister Proper" geworden, der seinen Körper reinigte. Die Abwehrzellen nannte er "weiße Ritter", die Krebszellen "schwarze Ritter", die Bestrahlung "Lasershow", die den Tumor wie Käse durchlöcherte.

Anhand einer Übung aus der Kinesiologie testete er bei Georg Mitlmeier die Muskelstärke und attestierte dem Lämersdorfer eine starke Persönlichkeit. "Sind die Muskeln stark, sind die Abwehrzellen stark." Konflikten gehe man besser aus dem Weg oder beseitige sie. Deshalb gab der Arzt auch seine Praxis auf, die für ihn Konfliktpotential barg, weil er die Schuld bei sich suchte, sobald er einem Patienten nicht habe helfen können. Yoga, "die fünf Tibeter", die Visualisierung eines hellen Lichtballs voller heilender Energie oder ganz einfach nur die Aktivierung der "B-Vitamine" Bewusstsein, Beten, Beziehung, Bewegung oder der "L-Vitamine" Liebe, Lust, Lachen, Licht, Leichtigkeit, Loslassen und Lösen suchte sich Rau als Methode heraus, um Kraft seiner Gedanken die Genesung positiv zu beeinflussen.

Negatives wegzischen

"Wenn jeder Mensch nur ein Prozent seiner Zeit am Tag für sich und seine Gesundheit investieren würde, wäre das ein großer Gewinn", unterstrich Rau, der heute noch täglich Atemübungen macht. Das übte er auch mit seinen Zuhörern. Negatives sollten sie einfach mit der Zischübung aus ihrem Leben wegscheuchen. Auch ein tiefer Blick in ein lächelndes Gesicht einer alten Frau könne die Selbstheilungskräfte ungemein stärken. Immer wieder müsse man sich in Erinnerung rufen: "Ich bin ein wertvoller Mensch." Ein gemeinsames kosmisches Gebet verabschiedete die Gäste optimistisch und gestärkt auf den Heimweg.

Zuvor hatten sie noch jede Menge Benefizartikel und Bücher zugunsten der Ebo-Rau-Stiftung gekauft.
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