Leben statt Leerstand

Es tut sich was im ehemaligen Eschenbacher Krankenhaus. Mit der Regens-Wagner-Stiftung verhandelt die Kliniken AG über eine vorübergehende Nutzung eines Gebäudeteils. Und auch die AG selbst möchte den Bau stärker nutzen.

(wüw) Die Kliniken Nordoberpfalz AG plant die Erweiterung ihrer Pflegeeinrichtung Haus Sankt Laurentius im früheren Krankenhausgebäude. Das bestätigte der Geschäftsführer der Einrichtung, Thomas Baldauf. Durch eine zweite Station will das Klinikum die bislang 22 Pflegeplätze verdoppeln. "Damit erreichen wir eine Größe, mit der sich die Einrichtung wirtschaftlich betreiben lässt", erklärt Baldauf. Positiv wirke sich dies auf die Arbeitsplätze aus. Auch die Zahl der Stellen werde sich nahezu verdoppeln.

Nach dem holprigen Start im Oktober 2012 habe sich die Einrichtung sehr gut entwickelt. Das Haus sei ausgebucht, inzwischen gebe es eine Warteliste. "Wir haben unsere Nische gefunden", sagt Baldauf. Haus Sankt Laurentius habe sich auf die Pflege von "Menschen mit kognitiven Einschränkungen" spezialisiert. Die könnten auch in herkömmlichen Pflegeheimen gute Betreuung erfahren. "Aber es besteht die Gefahr, dass sie dort im Pflegealltag zu kurz kommen oder untergehen." Das Konzept der Eschenbacher Einrichtung setze hier an. "Bei uns sieht der Pflegealltag anders aus", sagt Baldauf. Dank des speziell ausgebildeten Personals gebe es in der Einrichtung "so gut wie keine Fixierung oder Sedierung", versichert Baldauf.

Dies habe sich herumgesprochen. Von weither kommen Anfragen von Menschen, die Angehörige in der Einrichtung unterbringen wollen. "Inzwischen haben wir sogar Bewohner aus Weiden und Umgebung." Allerdings muss Baldauf zugeben, dass die Menschen vor Ort noch nicht überzeugt sind. Offensichtlich haben die Eschenbacher der Kliniken AG die Schließung des Krankenhauses noch nicht verziehen, denn die Nachfrage aus der Stadt und der umliegenden Orte sei immer noch gering. Dafür sei das Interesse im Kemnather Land oder dem Landkreis Bayreuth groß.

Noch nicht geeinigt hat sich die AG mit der Regens-Wagner-Stiftung. Allerdings befinde sich die Kliniken AG mit der Michelfelder Einrichtung in guten Gesprächen über die Anmietung einer Station im Krankenhaus, bestätigt der Finanzchef der Kliniken AG, Manfred Tretter. In Michelfeld sollen Gebäude der Einrichtung saniert werden. Noch in diesem Jahr könnte die Behinderteneinrichtung deshalb längerfristig Räume im Eschenbacher Krankenhaus beziehen. "Wir würden uns sehr über eine Einigung freuen", sagt Tretter. "Dann wären drei Stationen belegt und im ehemaligen Pflegetrakt würde wieder Leben einziehen."

Die verstärkte Nachfrage hat keinen Einfluss auf die Prüfung des Pflegekonzepts, das Roland Schusser der AG vorlegte. Der Eschenbacher möchte Ärzten die Nutzung des Krankenhausgebäudes ermöglichen und so die Versorgung des Altlandkreises Eschenbach verbessern. Kommende Woche trifft sich Kliniken-Vorstand Josef Götz mit Schusser, um über die Möglichkeiten zur Umsetzung des Konzepts zu beraten.
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