Lebenshilfe und VdK investieren 6,5 Millionen Euro in Neubau der Naabwerkstätten
Werkstätte für psychisch Kranke

Geschäftsführerin Margit Gerber, VdK-Kreisvorsitzender Siegfried Pöll und Oberbürgermeister Andreas Feller (von links) unterhalten sich mit Alois Mannl (rechts), der in der Werkstätte für psychisch kranke Menschen Fahrräder repariert. Bild: rid
Schwandorf. (rid) Alois Mannl (45) arbeitet seit knapp zwei Jahren in der Werkstätte für psychisch kranke Menschen. Stress und Mobbing am Arbeitsplatz haben beim IT-Fachmann einen seelischen Zusammenbruch ausgelöst. Jetzt repariert er Fahrräder und ist glücklich dabei. Seit Anfang des Monats hat er seinen Arbeitsplatz im neuen Zweigwerk an der Dachelhofer Straße.

85 Arbeitsplätze

Die Lebenshilfe und der VdK sind Träger der Naabwerkstätten und haben 6,5 Millionen Euro in den Neubau der Einrichtung für psychisch kranke Menschen investiert. Es entstanden 85 Arbeitsplätze. Sie verteilen sich auf die Bereiche Montage, Metallverarbeitung, Gartenbau- und Landschaftspflege sowie Fahrradreparatur. Am Dienstag machte sich Oberbürgermeister Andreas Feller ein Bild von der Einrichtung, die im Oktober eingeweiht werden soll.

Die meisten waren früher auf dem ersten Arbeitsmarkt beschäftigt. So wie Alois Mannl. Der an paranoider Schizophrenie erkrankte Mann leidet unter Verfolgungsängsten und bekam in seinem früheren Beruf als EDV-Koordinator immer mehr Ärger mit seinen Kollegen. Die Psychose führte zum Burnout und schließlich zum Zusammenbruch. Es folgten die Kündigung und die Einweisung ins Bezirksklinikum. Seit 21 Monaten arbeitet Alois Mannl nun im Schonraum der Werkstätte und hat keinen Stress mehr. Er wohnt selbstständig und kommt finanziell über die Runden.

300 Euro im Monat

Im Schnitt verdienen die Mitarbeiter 300 Euro im Monat, erklärt Geschäftsführerin Margit Gerber. Die Auftragslage sei gut. Die Zentrale der Naab-Werkstätten bleibt in Ettmannsdorf, die Mitarbeiter der außerhalb angemieteten Standorte werden im neuen Gebäude zusammengefasst. Das Geld für den Neubau stammt vom "Zentrum Bayern Familie und Soziales", von der Arbeitsagentur und aus Eigenmitteln.
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