Lebensmelodie leise verklungen

Groß war die Anteilnahme am Samstag, als Josef Wällisch auf dem Friedhof in Oberwildenau zu Grabe getragen wurde. Er war am 18. Februar im Alter von 88 Jahren verstorben. Bild: bey

Er war das letzte Gründungsmitglied der Blaskapelle Oberwildenau. Am 17. Februar verstarb im Alter von 88 Jahren Sepp Wällisch. In den Jahren 1954 bis 1979 leitete er die Blaskapelle als Dirigent. Der Verstorbene hatte sich in seiner Heimatgemeinde auch kommunalpolitisch eingebracht.

Am Samstagvormittag begleitete ihn eine große Trauergemeinde auf seinem letzten Weg. In der Eucharistie schilderte Pfarrer Arnold Pirner noch einmal das Leben des Verstorbenen, bei dem ein Leben lang die Blasmusik im Mittelpunkt stand.

Wällisch gründete im Jahr 1950 die Blaskapelle Oberwildenau, nachdem er bereits nach Kriegsende mit zwei weiteren Musikfreunden eine kleine Tanzkapelle ins Leben gerufen hatte. Nach der Gründung der Kapelle kamen acht weitere Musiker dazu, mit denen die Blaskapelle Oberwildenau weit über die Grenzen des Ortes bekannt wurde. Von 1954 bis 1979 leitete Wällisch die Gruppe.

Vor vier Jahren hätten die Kräfte von Wällisch nachgelassen, sagte Pfarrer Arnold Pirner. Die letzten drei Wochen verbrachte er im Klinikum Weiden und verstarb im Pflegeheim. Jetzt sei die Lebensmelodie von Sepp Wällisch leise verklungen. In den Jahren 1972 bis 1978 war Wällisch als SPD-Marktrat zugleich auch dritter Bürgermeister. Bis April 1984 war er als Spitzenkandidat der Freien Wähler Oberwildenau und Unterwildenau ebenfalls wieder Mitglied des Marktrats.

Handschrift erkennbar

Zweiter Bürgermeister Gerhard Kres erinnerte am offenen Grab an das kommunalpolitische Wirken des Verstorbenen, dessen Handschrift in der Entwicklung der Gemeinde zu erkennen sei. Für ihn selbst sei der Verstorbene als echter Sozialdemokrat ein Ratgeber in Sachen Gemeindepolitik gewesen, sagte Gerhard Kres. Als Gemeinderat habe Sepp Wällisch der Bevölkerung gedient. Zusammen mit Marktrat Roland Rauch legte Kres einen Kranz nieder. Helmut Grünbauer, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft, dankte dem Verstorbenen für dessen 40-jährige Mitgliedschaft. Der OWV Luhe verabschiedete Wällisch, der als Mitglied knapp 40 Jahre die Treue hielt. Karl Hauser, SPD-Ortsvereinsvorsitzender, verabschiedete sich vom Ehrenmitglied Sepp Wällisch, der im Jahre 1968 dem Ortsverein beigetreten und viele Jahre in verantwortungsvoller Position tätig war.

Bei der Ehenbachtaler Trachtenkapelle war Wällisch drei Jahre als Dirigent aktiv. Der Sprecher der Blaskapelle bedankte sich am offenen Grab. Die Pirker Blaskapelle hatte Wällisch als ehemaligen Dirigenten zum Ehrenmitglied ernannt. Er sei der Pirker Blaskapelle und deren Mitgliedern ein väterlicher Freund gewesen und habe größten Anteil am Fortbestand der Kapelle in den achtziger Jahren gehabt. Bis Herbst 1985 war Wällisch unermüdlich bei der Pirker Blaskapelle als Dirigent tätig. Bernhard Meiler, Leiter der Blaskapelle Oberwildenau, bescheinigte ihm, die Kapelle durch Höhen und Tiefen geführt zu haben.

Blumen niedergelegt

Sebastian Hartl, Kommandant der Feuerwehr Oberwildenau, erinnerte an den Beitritt Wällischs zur Wehr als förderndes Mitglied im Jahr 1961. Alle Trauerredner legten Blumenschalen nieder.
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