Lebensräume sichern

Die Moorlandschaft im Ehewald. Bild: G. Frohmader-Heubeck

In den kommenden Tagen beginnt der Naturpark Fichtelgebirge - Landschaftspflegeverband im Landkreis Wunsiedel im Ehewald zwischen Tröstau und Nagel mit Landschaftspflegearbeiten. Unterhalb des leerstehenden Hauses am "Felsl" finden umfangreiche Holzungen in den brachen Moorwiesen statt.

Zeitweilig wird der Verkehr durch Geschwindigkeitsbeschränkungen und Ampelanlagen eingeschränkt. Hintergrund der Holzungen ist eine Optimierung der durch die Wildland-Stiftung des Bayerischen Jagdverbandes angekauften Naturschutz-Flächen. Die langjährige Nutzung der Flächen, die als kräuterreiche Berg- und Feuchtwiesen oder sogar Äcker genutzt werden, hat einen starken Gehölzanflug zur Folge. Neben "erhaltenswerten Laubbäumen" und alten Nadelgehölzen werden dichte, standortfremde Fichtenbestände aufgelichtet.

Der Ehewald ist seit vielen Jahren als 21 Hektar großes Feuchtbiotop bekannt. Zudem wird er als Teilfläche des Natura 2000-Gebietes der "Bergwiesen südliches Fichtelgebirge" auf europäischer Ebene geschützt. Die deutliche Wasseransammlung in den Senken soll durch Entnahme "wasserziehender" Gehölze forciert werden, erläutert die Projektleiterin Gudrun Frohmader-Heubeck vom Naturpark Fichtelgebirge und bittet alle Verkehrsteilnehmer, während der Holzungen besonderes vorsichtig zu sein.

Die Arbeiten beginnen in der zweiten Novemberwoche und dauern je Wetter bis Anfang 2016. Sie sind Teil des bayerischen Klimaprogrammes (KLIP 2020) und werden von der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Oberfranken gefördert. Das Klima- und Moorschutzprogramm soll in Bayern Moorkomplexe mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten pflegen. In intakten Mooren sei Kohlenstoff gebunden.

"Ein behutsamer Anstieg des Grundwassers im Ehewald fördert die moorbildenden Torfmoose und fixiert den Kohlenstoff. Die geplante Entnahme der Fichten sind ein erster Schritt in eine neue Entwicklung im Feuchtgebietskomplex Ehewaldmoor und öffnet auch den Blick in eine bemerkenswerte Landschaft des Hohen Fichtelgebirges." Ziel der Wildland-Stiftung ist es seit 2005, die Artenvielfalt in naturnahen Lebensräumen für die Nachwelt zu sichern. Flächenankauf sei ein guter Weg, um Lebensräume auf Dauer zu erhalten und neu schaffen zu können.

Mit dem Ankauf von Teilflächen im Ehewald zwischen Tröstau und Nagel und kleinen Torfstichen im Vordorfermoor zwischen Vordorf und Meierhof werden seit 2011 wertvolle Standorte für das Auer-und Rotwild, die Moorlibellen, Kreuzottern, den Schwarzstorch gesichert. Es ist vorgesehen, nach Möglichkeit weitere Flächen in den beiden Projektgebieten zu erwerben.
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