Legionellen auf Rückzug

Das Ergebnis der Legionellenuntersuchung liegt vor. Demnach ist die Belastung soweit zurückgegangen, dass das Hallenbad am Montag wieder geöffnet werden kann. Bild: hfz

"Die Werte waren nicht so, dass das Gesundheitsamt eine Veranlassung sah, einzuschreiten", schickt Bürgermeister Georg Butz voraus. Gemeint ist der technische Maßnahmenwert für Legionellen. Die Marktgemeinde schloss jedoch vorsorglich das Hallenbad, um jegliches Risiko auszuschließen. Nun liegen die neuen Wasserproben vor.

Wernberg-Köblitz. (cv) Seit 12. November war das Hallenbad geschlossen, ab kommenden Montag ist es wieder geöffnet, so Verwaltungsleiter Stefan Falter. Allerdings mit einer entsprechenden Bekanntmachung an der Tür (siehe Kasten).

Zurückzuführen ist die Situation laut Bürgermeister Georg Butz auf Konstruktionsfehler bei der Rohrinstallation. Das zentrale Problem liegt in einer Kaltwasserleitung, die in ihrem Durchmesser auch für Löschwasser ausgelegt ist. Der Durchfluss ist folglich bei dieser "dicken" Leitung relativ gering, führt aber durch gut beheizte Räume. Das Wasser steht, wird zu warm und ist folglich ein "guter" Platz für die Bakterien. Vom Trinken des Wassers geht keinerlei Gesundheitsgefahr aus, erläutert Butz. Anders die Situation beim Inhalieren des Bioaerosols, beispielsweise des Sprühnebels von Duschköpfen.

Kein Fall fürs Amt

Bei der letzten der regelmäßig veranlassten Wasserproben zeigte sich eine erhöhte Belastung. Der sogenannte technische Maßnahmenwert bewegt sich bei 100 KBE (koloniebildende Einheiten) pro 100 Milliliter. Im Hallenbad wurde an unterschiedlichen Punkten Werte zwischen 100 und 500, an einer anderen Stelle 7800 gemessen. Das Gesundheitsamt würde laut Bürgermeister Butz "bei einem Wert ab 10 000 tätig. Die Werte lagen deutlich darunter". Aber immerhin in einem Bereich, dass den Markt vorsorglich veranlasste, umgehend mit Gutachten, Gefährdungsanalyse und Schutzmaßnahmen zu reagieren und das Bad zu schließen.

Eigener Anschluss

Inzwischen wurden und werden die Leitungen verstärkt gespült, sind die Duschköpfe abgenommen und gereinigt. In der Wasserversorgung der Schule wurde der A-Bau vom bisherigen Leitungsnetz abgekoppelt. Für diesen Bereich gibt es einen eigenen Wasseranschluss. Kein Handlungsbedarf besteht beim B-Bau, er wird extra versorgt. Bauliche Veränderungen stehen hingegen im C-Bau mit Hallenbad und Schulturnhalle an.

Die verstärkten Spülungen haben Wirkung gezeigt. Laut dem seit Mittwoch vorliegendem aktuellen Gutachten wurden an zwei Stellen 600 und an weiteren zwei Stellen 1500 KBE gemessen. Der Wert 7800 ist weg. Parallel dazu wird ein Sanierungskonzept erstellt, um die Ursache zu beseitigen. Es wird wahrscheinlich eine Trennung zwischen Trink- und Löschwasserleitung geben. Aus der Löschwasser- würde eine Trockenleitung, die nur im Bedarfsfall Wasser führt, erläutert Bürgermeister Butz. Das Trinkwasser hingegen müsse eine neue, dünnere und besser abgedämmte Leitungsführung bekommen.

Ein Baufehler

Der Baufehler sei beim damaligen Planungsbüro angemeldet, so Bürgermeister Butz. Die Maßnahme liege innerhalb der Gewährleistungszeit. Es wird entweder Nachbesserungen, begleitet von einem Gutachter, geben oder eine Neuplanung der Leitungsführung durch ein externes Büro.
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