Lehrstunde historischer Personen in Stadtgeschichte
Nachtunterricht

Mit dem stimmungsvollen Feierabendlied aller Mitwirkenden endete die historische Stadtführung. Bild: jzk
Kemnath. (jzk) Ein besonderes Erlebnis für den Bayernstammtisch Immenreuth und andere Gäste war die historische Stadtführung durch die Altstadt von Kemnath in die Nacht. Dabei ließen die Gästeführer des Heimatkundlichen Arbeits- und Förderkreises (HAK) markante Episoden aus der Heimatgeschichte wieder aufleben. Treffpunkt war am Platz der Begegnung.

Nach einer kurzen Einführung in die über 1000-jährige Geschichte Kemnaths übernahm die Baderin Pauline (Pauline Bäumler) die Führung. Trommler Thomas Lauber marschierte voran, Jürgen Schreyer von der Stadtwache eskortierte den Zug. In authentischen Vorstellungen ließen neun Darsteller die Teilnehmer in vergangene Zeiten eintauchen.

Den Auftakt machte die Pinzer Beckn Resl (Liane Preininger) auf dem Cammerloherplatz. Eindrucksvoll schilderte sie die widrigen Umstände, die ihre Familie dazu zwangen, nach Amerika auszuwandern. Eines ihrer sechs Kinder wurde in Amerika Kardinal (Aloysius Joseph Muench). Hildebert Mehler (Thomas Völkl), der letzte Guardian des Franziskanerklosters, erzählte im Klosterhof die wechselhafte Geschichte des Klosters bis zur Säkularisation 1802.

Auf dem Cammerloherplatz wartete der Wirt (Armin Schinner) des Gasthofs "Zum Reichsapfel", der 1856 Poststation wurde. Bei der Nepomuk-Statue vor dem Kirchturm hob der Fischer Wolf Veigl die Bedeutung Karpfenzucht hervor. Vor der Stadtpfarrkirche teilte Pfarrer Arckhauer (Reinhard Herr) mit, wie der heilige Primian aus den Katakomben von Rom nach Kemnath kam und zum Stadtpatron wurde.

Der Schmied Matzn-Girgl (Martin Wittmann) war der letzte Gefangene, der in der landrichterlichen Fronfeste hingerichtet wurde. Christoph Adam von Trautenberg (Hans Rösch) erzählte in Begleitung von Bruder Josef (Heiner Dworzak) in der Trautenbergstraße von der Gründung des Spitals. Kantor und Schuldramatiker Wolfgang Schmeltzl (Josef Zaglmann) berichtete am Schmeltzl-Brunnen (früher Gänsbrunnen), wie er im 16. Jahrhundert nach Wien zog und dort zu Ruhm und Ehren gelangte. An der Sebastiansäule auf dem Stadtplatz trat die Brandstifterin Sybilla Schimmel (Anna Müller- Rösch) auf. Unter Tränen erzählte sie, wie sie sich 1848 dazu verleiten ließ, im Rausch ein Feuer in der Stadt zu legen, bei dem fast 100 Häuser abbrannten.

Nach der abschließenden Vorstellung der Darsteller durch die Baderin Pauline dankte Rösch allen Mitwirkenden. Mit dem Feierabendlied endete die Stadtführung, für die die Gäste Beifall spendeten.
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