Leiden geht durch Mark und Bein

Im Zuge der Volksmission fesselte am Abend des Karfreitages im restlos gefüllten Pfarrsaal ein ergreifendes Passionsspiel das Publikum. Bewegt verfolgten die Zuschauer die insgesamt zwölf Szenen, darunter die Kreuzigung.

Das Drama ließ niemanden kalt: Zirka 50 junge Leute der geistlichen Gemeinschaft "Regnum Christi" inszenierten im Zuge der Volksmission ein Passionsspiel, das zu Herzen ging. Packend, voller Pathos, aber auch voller Lebensfreude und Spontaneität erzählten die Laienschauspieler in zwölf faszinierenden Szenen gar nicht laienhaft die Leidensgeschichte Jesu.

Das außergewöhnliche Passionsspiel - auf der Theaterbühne des Pfarrsaales wurde eine einstündige Kurzfassung aufgeführt - am Abend des Karfreitags werden die Zuschauer wohl nicht so schnell vergessen: Es war fassbar "echt", und die Akteure talentiert. Es ging durch Mark und Bein, wenn das aufgehetzte Volk "Kreuzigt ihn" schrie.

Das Passionsspiel, mit fantasievoller Hintergrundmusik untermalt, begann mit dem letzten Abendmahl. Jesus spielte dabei nicht den Führer mit Heiligenschein, sondern den selbstlosen Menschen - einen, der für das Gute streitet, einen, der sich seiner Mission sicher ist. Berührend, ja aufrüttelnd sind die Kommentare von Regisseur Jonas Schäfer, etwa: "Jesus gibt uns mit diesem Mahl ein wichtiges Zeichen. Der Gottessohn ist sich für nichts zu schade, sondern liefert sich für alle Zeit den Menschen schutzlos aus."

Von allen verlassen

Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf. Die bekannteste Geschichte der Welt fesselt die Zuschauer: Verrat durch Judas und Gefangennahme, Verhör vor dem Hohepriester Kajaphas, Verleugnung durch Petrus - Jesus scheint von allen verlassen worden zu sein. Es folgen das Verhör vor Pilatus, Geißelung und Todesurteil. Dann schleppt sich Jesus, begleitet und geschlagen von Soldaten, durch den Pfarrsaal vor zur Bühne.

Schließlich ist der verspottete, geschlagene, blutende, sterbende Jesus am Kreuz zu sehen: "Jesus vertraut bis zum letzten Atemzug seinem Vater. Prüfen wir auch unser Vertrauen auf Gott und seinen Plan mit uns. Lassen wir Christus in diesem Moment nicht allein." Es war eine Inszenierung voller Mahnungen, zu welch schrecklichen Taten der Mensch fähig ist.

Ergriffen beobachten die Zuschauer zum Schluss die Grablegung: "Das Leiden Jesu ist noch nicht beendet. Jesus hat das Möglichste für uns und die Rettung der Welt getan. Prüfen wir uns selbst, ob wir wirklich alles in unserem Leben gegeben haben und mit Jesus am Ende des Lebens sagen können: Es ist vollbracht! Die Liebe hat auch in meinem Leben gesiegt."

"Tiefgreifend, spontan"

Nach dem nicht enden wollenden Schlussapplaus dankte Regisseur Jonas Schäfer zunächst dem Heiligen Geist, denn dieser habe die Schauspieler zu genialer Hochform auflaufen lassen: "Wir haben das Spiel in einer einstündigen Generalprobe einstudiert." Anerkennung gab es auch von Stadtpfarrer Thomas Jeschner: "Beeindruckend, tiefgreifend, spontan", urteilte er und dankte der Jugendarbeit der Legionäre Christi und von "Regnum Christi". Den Kemnather Passionsspiel-Organisatoren sagte Pater Martin Dank für den Kostümverleih.
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