Leider ganz alleine
Angemerkt

Eigentlich stimmen die Umstände eher traurig. Die Hochöfen der Maxhütte schmelzen seit über zehn Jahren kein Eisen mehr. Und noch viel früher fuhren die Kumpel in der letzten Eisenerzgrube am Eichelberg die finale Schicht.

Die Feuer sind erloschen, die Gruben verfüllt. Übriggebliebene eiserne Zeugen rosten stumm vor sich hin. Alle Appelle an Besitzer und Politiker, bei der Bewahrung des historischen Montan-Erbes zu helfen, lösten außer Absichtserklärungen bis dato keine Reaktion aus.

Deshalb bleiben nur Bergknappen- und Hüttenverein sowie MH-Pensionisten und Sozialpläner als Hüter der Tradition übrig. Doch wie lange wird das gutgehen? Die Überalterung der Vereine spricht Bände. Längst übersteigen die Sterbefälle die Zahl der Neuaufnahmen. Wertvolle Schätze des Wissens sind buchstäblich vom Aussterben bedroht.

Deshalb kann so eine Initiative wie die von Erwin Kraus nicht hoch genug eingeschätzt werden. Er legt mit seinem 5. Band "Sulzbach-Rosenberger Bergwerke" ein bleibendes Dokument vor. Wenigstens ein Silberstreif am Horizont in einer Zeit, in der das "Ruhrgebiet des Mittelalters" bei der Bewahrung seiner Montan-Stätten von der großen Politik leider alleingelassen wird.

andreas.royer@zeitung.org

Zum Thema Einzigartiges Dokument

Sulzbach-Rosenberg. (oy) Während der Präsentation des neuen Bergbau-Buches dankte Autor Erwin Kraus allen Mitstreitern, die bei der Zusammenstellung des umfangreichen Werkes mitwirkten. In akribischer Arbeit konnten - auch bei zwei größeren Treffen von Zeitzeugen - rund 80 Prozent der Namen der Abgebildeten herausgefunden werden.

"In der Stadt erinnert uns noch der Förderturm an die Bergbaugeschichte. Dieses Buch soll dazu beitragen, dass unsere Erzgruben und die damit verbundene Kultur nicht in Vergessenheit geraten", unterstrich der Autor. Er wünschte sich einen guten Verkauf und verwies auf das Stollenfest am kommenden Samstag und Sonntag, wo das neue Werk ebenfalls vorgestellt wird.

Bürgermeister Michael Göth lobte Erwin Kraus, der mit seinem Buch die reichhaltige Bergbaugeschichte stimmig zusammenfasse. Ihm schlossen sich Bergwerksdirektor a. D. Eugen Kirschhock und Bergknappenvorsitzender Armin Kraus an. Sie dankten für die Mühe, die aufgewendet wurde, um mit diesem Gemeinschaftswerk die Tradition des Erzbergbaus zu bewahren. Hiermit sei jetzt ein einzigartiges Dokument entstanden.
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