Leiharbeit droht

Im August stand ein Scheitern der Gespräche über den Sozialplan im Raum, berichtete Udo Fechtner von der IG Metall. Eine Streikdrohung habe Bewegung in die Verhandlungen gebracht. "Angesichts der guten Auftragslage hätten Produktionsverzögerungen den Konzern empfindlich getroffen", schätzte Fechtner. Wenn auch 300 Stellen einstweilen gerettet sind, das Schicksal der 35 Mitarbeiter, die in den letzten Monaten von sich aus gegangen seien, und der 66 Gekündigten gibt Fechtner und Betriebsrat Karl Boemmel zu denken.

"Die 35 Kollegen waren junge, qualifizierte Fachkräfte, die anderswo problemlos unterkamen. Uns fehlt ihre Kompetenz", beklagte Boemmel. Ernst stehe es um die 66 nun Entlassenen: "Die meisten gehören zu einer Altersgruppe, die es auf dem Arbeitsmarkt schwer hat. Viele werden nur als Leiharbeiter zu deutlich schlechteren Bedingungen arbeiten können."

Traurig finde er es, dass die Werksleitung den 66 Betroffenen bei der Betriebsversammlung zum Sozialplan kein Wort des Dankes gewidmet habe, ergänzte Fechtner. Es bleibe nur ein Trost: "Hätten Gewerkschaft und Betriebsrat nicht an einem Strang gezogen, gäbe es den Standort jetzt wohl nicht mehr." (bjp)
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