Lesung aus den Tagebüchern von Adolf Eichmann
Absurde Rechtfertigung

Schauspieler und Theaterregisseur Jan Burdinski stieß die Zuhörer seines Vortrags über Adolf Eichmanns "Tagebuch" in tiefe menschliche Abgründe. Bild: Huber
Die Stadt Auerbach und die Landesbühne Oberfranken laden für Samstag, 21. November, zu einer besonders erlebenswerten und berührenden Lesung ein: Jan Burdinski, der Intendant des Fränkischen Theatersommers, liest in der Helmut-Ott-Halle aus den Tagebüchern von Adolf Eichmann. Eichmann gilt als der Hauptverantwortliche für die Vertreibung, Deportation und Ermordung von über sechs Millionen Juden. Ab 1941 war die sogenannte Endlösung der Judenfrage die zentrale Aufgabe von Eichmanns Dienststelle.

Als die Kapitulation absehbar war, trennte sich Adolf Eichmann im Frühjahr 1945 von seiner Familie, tauchte unter und lebte mit verschiedenen gefälschten Identitäten an unterschiedlichen Orten. Im Jahr 1950 flüchtete er nach Argentinien. 1960 wurde er von Agenten des israelischen Geheimdienstes Mossad von dort entführt und nach Jerusalem gebracht, wo er nach zweijährigem Prozess zum Tode verurteilt wurde. In seiner Haftzeit verfasste Eichmann aufschlussreiche Texte unter den Titeln "Memoiren" und "Götzen".

Die Absurditäten der Rechtfertigung seiner Handlungen und der "Judenfrage" überhaupt finden in dieser erlebenswerten Lesung von Jan Burdinski eine ergreifende Dimension. Musikalisch begleitet wird die Lesung mit Klezmer-Musik von Heiner Weigert. Die Lesung beginnt um 20 Uhr im Foyer der Helmut-Ott-Halle. Karten zum Preis von 15 Euro sind im Vorverkauf bei Marhabu, Heinl Schreibwaren, den örtlichen Geldinstituten und im Einwohnermeldeamt des Rathauses erhältlich. Auch an der Abendkasse sind noch Karten zum Preis von 17 Euro Euro erhältlich.
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