Letzter Akt der Kulturinitiative

Vor 20 Jahren gegründet, ist die Kulturinitiative Kultur im Keller ("KiK") mit der Übergabe des Vereinsvermögens nunmehr endgültig Vergangenheit. Noch mal durchzustarten, wie in der letzten Jahreshauptversammlung angeregt wurde, konnte nicht mehr umgesetzt werden. Es gibt aber dennoch Nutznießer.

"Ein trauriger Anlass", bedauerte der langjährige Vorsitzende Bernhard Krieger den letzten "Akt" für "KiK", ein schöner Augenblick dagegen für die Spendenempfänger, die mit dem "Nachlass" von 5500 Euro bedacht wurden.

Stars in Auerbach

Alles, was Rang und Namen hat in Bayern, gelang dem Verein nach Auerbach zu locken, brachte Krieger bei einem kurzen Rückblick in Erinnerung. Helmut Schleich, Michael Altinger, Biermösl Blosn und Gerhard Polt - mit allen Stars konnte das Publikum bedient werden. Dazu kamen Lesungen und Veranstaltungen für Kinder. All das konnte eine Gruppe von Idealisten bewegen, doch niemand habe sich mehr gefunden, die das so weitermachen wollten. Die Abwicklung mit der Auflösung des Vereins hatte sich über eineinhalb Jahre hingezogen. Freuen konnte sich bei der Übergabe in der Aula der Dr.-Heinrich-Stromer-Schule die Kinderhilfe Afghanistan (3500 Euro), vertreten durch Dr. Reinhard Erös, für die Arche nahm Doris Graf, für den Verein Maffeispiele (jeweils 1000 Euro) Schriftführerin Katrin Waldmann-Strobl die stattliche Zuwendung entgegen.

Voraus ging ein Vortrag unter dem Thema "Unter Taliban, Warlords und Drogenbaronen". Aus erster Hand erfuhren die Zuhörer von Dr. Erös über die Realität in Afghanistan und seine Arbeit mit der von ihm und seiner Familie gegründeten "Kinderhilfe Afghanistan". Eingangs bedauerte auch er das Ende von "KiK". "Besonders schade für solch einen erfolgreichen Verein." Es sei zu beobachten, dass Enthusiasmus in vielen Bereichen nachlässt. Nicht als "Trauerredner" für KiK eingeladen, stand für ihn ein brisantes Thema im Mittelpunkt: Afghanistan. Ganz aktuell der brutale Überfall auf die Schule, noch eine Woche vorher hatte er sie besucht.

Ein Traumland

Dennoch spricht Dr. Erös von einem Traumland Afghanistan, "einem wahnsinnig schönen Land mit den schönsten und saubersten Seen und einer abwechslungsreichen Geschichte, abwechslungsreicher als die von Deutschland." "Unser Bild von Afghanistan mit seinen rund 30 Millionen Bewohnern und über 30 verschiedenen Volksgruppen und Sprachen ist sehr schmal. Wenn hier einmal ein normales Leben einkehrt, wird es touristisch überrannt werden", fürchtet der Referent, der sich seit 1987 in und für Afghanistan mit seiner Frau Annette und seinen fünf inzwischen erwachsenen Kindern mit schulischen und medizinischen Projekten engagiert, insbesondere für Kinder und Frauen. Er hat die Hoffnung, dass sich aus Massakern und Katastrophengebieten auch hier etwas entwickeln kann und verweist dabei auf Ruanda, "wo es wunderbar klappt."
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