Letztes Ständchen für Alois Kneidl

Mit Alois Kneidl trug die Musikschule den letzten ihrer Gründerväter zu Grabe. Auch viele andere Pressather waren auf den Friedhof gekommen, um den Vereins- und Familienmenschen zu verabschieden.

Pressath. (dö) Groß war die Trauergemeinde, die am Samstag Abschied von Alois Kneidl nahm. Der Pressather war am Donnerstag, seinem 88. Geburtstag, plötzlich verstorben. Neben den Angehörigen, drei Kinder mit Familien sowie Schwester Cilli, trauerten auch Vereine um ein langjähriges und aktives Mitglied.

Der Pressather mit Leib und Seele hinterlässt Spuren in seiner Heimatstadt, war er doch an vielen Entwicklungen maßgeblich beteiligt. Auch wenn es in den letzten Jahren ruhiger um den gesundheitlich leicht angeschlagenen Kneidl geworden war, so galt sein Interesse auch in den letzten Tagen seines Lebens dem politischen und lokalen Geschehen. Das bestätigten die Redner, die sich ein letztes Mal beim Verstorbenen für sein Engagement bedankten.

Pfarrer Edmund Prechtl sprach in seiner Predigt ein Vergelt's Gott für das über 60 Jahre lange Mitwirken im Kirchenchor aus. Dem schloss sich Chorleiter Günther Hösl an, der Alois Kneidl "eine unglaubliche Zuverlässigkeit in all den Jahrzehnten" bescheinigte. So war es fast eine Selbstverständlichkeit, dass der Kirchenchor die Umrahmung des Gottesdienstes übernahm. Pressaths zweiter Bürgermeister Max Schwärzer sprach den Dank der Stadt aus und erwähnte, dass Kneidl von 1972 bis 1990 Mitglied im Stadtrat war und in diesen 18 Jahren viel zur Entwicklung der Kommune beigetragen hat. Nicht umsonst wurde er 1990 mit der Dankurkunde für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung durch die Bayerische Staatsregierung ausgezeichnet.

In der Fürsorgestelle

Der stellvertretende Landrat Albert Nickl berichtete vom beruflichen Werdegang Kneidls, der 1946 am Landratsamt in Eschenbach seinen Dienst begann und nach seiner Versetzung zum Ausgleichsamt Weiden 1955 die Fürsorgestelle "Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene" übernahm. Diesen Posten füllte er bis zu seiner Pensionierung 1986 aus. "Wer einen guten Namen trägt, lebt in den Herzen weiter. Unser Verstorbener hinterlässt ein guten Namen", tröstete er die Hinterbliebenen.

Willi Dötsch berichtete von einem schmerzlichen Verlust, galt es doch für Musikschule und Förderverein der Musikschule, sich vom letzten Gründungsvater zu verabschieden. Alois Kneidl war nicht nur an der Gründung der Jugendblaskapelle 1971 maßgeblich beteiligt, sondern auch 20 Jahre später bei der Übernahme als städtische Musikschule.

Die Aktion durchgeboxt

Mit Stadtratskollegen Jakob Scharf boxte er das Unternehmen durch. Dötsch dankte, dass sich Kneidl als Schriftführer bei der Jugendblaskapelle und später beim Förderverein 27 Jahre lang einbrachte. Er betonte, dass Kneidl bis zuletzt jede Gelegenheit nutzte, um Konzerte zu besuchen und sich an den Vorträgen zu erfreuen. Mit einem Trauerchoral, gespielt von einem Bläser-Quartett, verabschiedete sich eine Formation der Musikschule von ihrem Gründer.
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