Liebe zur Leichtathletik hat nie aufgehört

Die kanarische Insel Lanzarote ist für Gabi Völkl längst zur neuen Heimat geworden. Dort engagiert sich die ehemalige Leichtathletin des SC Eschenbach im Behindertensport. Ihr bester Sportler ist mehrfacher Paralympic-Sieger.

Eschenbach. (rn) Gabi Völkl ist in der Leichtathletikszene noch bestens bekannt. 1987 wurde sie deutsche Meisterin im Kugelstoßen. Ab 1988 schloss sie sich LAC Quelle Fürth an. Bei den Europameisterschaften 1989 in Jugoslawien wurde sie bei den Juniorinnen Vizemeisterin. Sie musste sich nur ihrer Teamkollegin Astrid Kumbernuss geschlagen geben. Aber das ist längst vorbei. Die Eschenbacherin lebt jetzt auf Lanzarote.

Von Eschenbach in die Welt

Aufgewachsen ist Völkl in Eschenbach. Dort besuchte sie die Volks- und Wirtschaftsschule. Die Ausbildung bei der Sparkasse war nur ein berufliches Zwischenziel. In der Berufsoberschule München drückte sie erneut die Schulbank. Nach dem Abitur absolvierte sie in der Isar-Metropole ein Wirtschaftsingenieurstudium. Einer fünfjährigen beruflichen Tätigkeit in Deutschland folgte 2001 der Wechsel auf die etwa 40 000 Einwohner zählende spanische Kanareninsel Lanzarote. Am Flughafen Arrecife hat sie dort eine leitende Funktion. Aber neben ihrem Beruf engagiert sie sich in der Leichtathletik. "Als ich 2002 auf Lanzarote als Trainerin von etwa 30 Jugendlichen anfing, fielen mir zwei besonders auf. Als Albinos waren sie extrem lichtempfindlich und mieden das Tageslicht. Aber mich beeindruckte deren hohe Motivation und ich nahm mich ihrer besonders an." Gerne erinnert sich Gabi Völkl an diese prägenden Erfahrungen im neuen Umfeld. "Das waren meine ersten Berührungen zum paralympischen Sport." Auf nationaler Ebene ist man auf Lanzarote auf die Oberpfälzerin aufmerksam geworden und sie wurde mit Aufgaben in der Verbandsleitung betraut. Die erste große Aufgabe stand ihr bevor. "Zu den Paralympics in Athen 2004 wurde sie zu einem Vorbereitungslehrgang eingeladen und erhielt die Zuständigkeit für den Wurfbereich." Zu den damals trainierten Sportlern gehört auch David Casinos. Sie nennt den 42-Jährigen "ihren herausragendsten Sportler. Er trainiert in Valencia nach meinen Trainingsplänen und übermittelt mir zur Kontrolle regelmäßig Videos. Über Telefon und auch vor Ort veranlasse ich dann Korrekturen und Verbesserungen."

Mit 27 Jahren erblindet

Casinos erblindete, als er 27 Jahre alt war. Bei den Paralympics in Sydney (2000), Athen (2004) und Peking (2008) holte er Gold im Kugelstoßen, 2012 in London im Diskuswerfen. Stolz ist die Eschenbacherin auf ihren Schützling, nachdem er einen Weltrekord im Kugelstoßen aufgestellt hatte und bei den Europameisterschaften der Behinderten erfolgreich war: David holte Gold mit dem Diskus. Als auffallend - im Vergleich zu den "normalen Sportlern" - ist für sie die Motivation der Behinderten. "Die Motivation der Behinderten beeindruckt mich genauso wie deren Freude und Elan", bekennt die sechsfache deutsche Meisterin im Kugelstoßen.

Mit Begeisterung erzählt Gabi Völkl, als sie kürzlich für einige Tage in ihrer alten Heimat war, von ihrer Teilnahme als Trainerin und Betreuerin an den Paralympics in Peking und London, bei denen sie viele internationale Kontakte geknüpft hat. Völkl, die Englisch, Französisch und Spanisch spricht, erinnert sich an eine Begebenheit in London: "Der kubanische Nationaltrainer bat mich um Dolmetscherdienste." Selbst zum spanischen Königshaus hatte sie schon Kontakte.
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