Lieber historisch als sportlich

Ein Marathon ist ein Marathon. Nicht immer. Während die großen Läufe in den Städten wie New York, Boston, Frankfurt oder Berlin immer über die gleiche Distanz von 42,195 Kilometer führen, gehen Thessaloniki und Etsdorf kürzere Wege.

"Der historische Bezug ist uns wichtiger als der rein sportliche", sagt Wilhelm Koch, Initiator des Tempel-Projekts in Etsdorf, und damit auch Initiator des Tempel-Marathons.

Das erklärt in einem Satz die Länge dieser (fast) einzigartigen Laufveranstaltung mit 38,5 Kilometern, die von der - sportlich offiziellen - doch um einiges abweicht (siehe Info-Kasten).

Inhaltlich gehe es bei seinem Projekt um Demokratie, und die historische Schlacht bei Marathon sei ein "Symbol" dafür.

"Da hat sich ein Heer einem Tyrannen gestellt", erklärt Koch, und der Überbringer der Siegesbotschaft sei von Marathon nach Athen gelaufen. Wie weit, das ist umstritten. Aristoteles Kakogeorgiou aus Thessaloniki war zum dritten Mal in Etsdorf dabei und propagiert in seiner Heimat in Griechenland eine Länge von 38,5 Kilomtern. Der Marathon in Thessaloniki, von Kakogeorgiou organisiert, weist ebenfalls diese Distanz auf - alle anderen orientieren sich an den 42,195 Kilometern.

173 Läufer waren in Etsdorf am Start, darunter 14 Marathonis, 70 auf der Halb-Distanz und 20 Staffelläufer sowie 30 Kinder auf den kürzeren Etappen (siehe Ergebnisse).

"Ein bisserl mehr hätten es schon sein können", erklärte Koch, der aber ein gewisses Limit rein organisatorsich sieht: "Wenn wir das Doppelte an Teilnehmern haben, dann sind wir an der Grenze."

Sören Schramm aus Chemnitz war der Schnellste auf der Marathon-Strecke, Tobias Plößl von der Skivereinigung Amberg gewann die Halb-Distanz.
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