Lieder, die der Seele gut tun

Vier Chöre hatten sich in der Roggensteiner St.-Erhard-Kirche zu einer stimmgewaltigen Gemeinschaft zusammengeschlossen. Bild: dob

Mit dem gefühlvollen "Dona pacem, Domine" markierte der Männergesangverein aus Kaimling einen weiteren musikalischen Akzent im Jubiläumsjahr der Pfarrkirche St. Erhard. "So schnell werden wir so ein Konzert nicht wieder erleben in Roggenstein", vermutete Manfred Zeitler.

Der Kirchenpfleger war am Ende der Aufführung zutiefst beeindruckt. Die Zuhörer waren allerdings nur spärlich zum geistlichen Chorkonzert gekommen. Dennoch schenkten ihnen die Sänger in der folgenden Stunde viel Freude und bekannte Lieder, die der Seele gut taten.

Kunstgenuss geboten

Vier Chöre hatten sich zu einer großen Gemeinschaft zusammengeschlossen, um den Besuchern im Jubiläumsjahr einen Kunstgenuss zu bieten. Pfarrgemeinderatssprecherin Birgit Gösl wünschte zu Beginn "einen wunderschönen Nachmittag". Adolf Rösel hatte die Organisation dieses Konzerts übernommen.

Einen wahren Ohrenschmaus lieferte Organist Joachim Scheibl aus Regensburg, der an der neuen Wegscheider-Orgel zur Höchstform auflief. Brillant ließ er aus der Bach-Kantate "Herz und Mund und Tat und Leben" erklingen und außerdem das kraftvolle und triumphale "Nun danket alle Gott" von Sigfrid Karg-Elert. Gerne hätte ihm das Publikum nach dem letzten Orgelklang begeisterten Zwischenapplaus geschenkt.

Josef Frischholz, Leiter des Polizeichors aus Weiden, ist mit seinen 14 Sängern stets Garant für feine Musik mit Männerstimmen, die perfekt harmonieren. Das bestens geschulte Ensemble fügte einen weiteren Klangbaustein hinzu. Ergriffen verfolgten die Besucher unter anderem "Die Himmel rühmen" des Männergesangvereins Georgenberg unter Leitung von Thomas Haider. Theresa Frischholz begleitete den Chor exzellent am Keyboard. Zuvor setzte Michael Haider beim "Preist Gott den Herren der Welt" mit dem S-Saxofon musikalische Akzente und beim "Staunend stehn wir vor Gottes Tat" mit der Flöte. Eine Art musikalisches Gebet, das den Zuhörern in Erinnerung blieb.

Manfred Bühlers "Zeit ist ein Geschenk" brachte der Gemeinschaftschor aus Leuchtenberg und Kaimling wunderbar dar, bevor sich die über 60 Mitwirkenden zu einer großen Sängergemeinschaft verbanden und unter dem Dirigat von Thomas Haider das "Sancta Maria" von Johannes Schweitzer erklingen ließen.

"Wer hätte gedacht, dass Polizisten einmal in unserer Kirche singen?", brachte es der Kirchenpfleger nach dem Beifall auf den Punkt. Spontan dichtete Zeitler den Slogan "Die Polizei, dein Freund und Helfer" in "Die Polizei, dein Freund und Sänger" um.

Sonderlob für Leiter

Wie sich die Zeiten ändern: "Im Mittelalter trugen die Kaimlinger den Zehent auf die Burg Leuchtenberg hinauf, heute tragen die Leuchtenberger die Musik ins Luhetal." Ein sogenanntes Heimspiel hatten die Kaimlinger, die seit Jahrzehnten zwei bis drei Mal im Kirchenjahr die Gottesdienste in der St. Erhard-Kirche gestalten. Für die Gesamtleitung bekam Rösel ein Sonderlob des Kirchenpflegers. "Ihr Sänger habt uns allen eure Zeit geschenkt", anerkannte der Redner. Vergessen wollte Zeitler auch Josef Ertl, den Motor des MGV Kaimling nicht, der maßgeblich zum Zustandekommen des Konzerts beigetragen hatte.

Ein weiteres Kirchenkonzert steht am Sonntag, 12. Oktober, um 17 Uhr mit Brigitte Traeger auf dem Programm. Der Eintritt kostet acht Euro. Karten gibt es bei den Raiffeisenbanken Roggenstein und Vohenstrauß sowie im Roggensteiner Pfarrbüro, Telefon 09651/2757.
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