Lifting für die älteste Kirche

Die Kirchenmauer musste im Eingangsbereich stellenweise neu aufgebaut werden. Bilder: bjo (2)

Die älteste Kirche der Pfarrei steht nicht in Schmidmühlen, sondern in Winbuch. Die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen an St. Bartholomäus - die momentan beseitigt werden: Für fast 240 000 Euro werden das Gotteshaus und seine umgebende Mauer renoviert.

Die Arbeiten sollen bis Ende Oktober abgeschlossen sein. Angepackt hat die Pfarrei Schmidmühlen diese Renovierung schon im Frühjahr, die Vorbereitungen haben im April begonnen. Im Juni rückten zunächst Entwässerung, Fundament und Sockelerneuerung in den Blickpunkt.

Entwässerung ein Thema

Die Drainage wurde rund um das Gebäude freigelegt und auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft. Bei allen Richtungswechseln wurde ein nicht sichtbarer Kontrollschacht eingebaut und die Drainage an einen neuen Sickerschacht angeschlossen. Dabei wurden auch gleich die Fundamente gereinigt und abgedichtet. Den Ablauf des Sickerwassers ermöglicht nun ein Sockel-Kiesstreifen mit Einfassung. Auch die Sandfänge und Standrohre sind erneuert.

Der Fassadenputz war stark verschmutzt und hatte viele Risse: Er musste komplett abgeschlagen werden. Wie Marktrat und Ortssprecher Georg Koller berichtete, sei in den 60er-Jahren hier erstmals ein Putz aufgetragen worden. Dieser sei allerdings bereits in den 70er-Jahren stellenweise wieder erneuert worden. Nun war er allerdings nicht mehr zu retten.

Alten Eingang entdeckt

Außen an der Mauer kann man laut Koller erkennen, "dass der Eingang der Kirche oder Kapelle mal an anderer Stelle war, ehe sie vergrößert wurde". Die Schäden wurden nach den Vorgaben eines Statikers saniert, ehe die Mauer neu verputzt und gestrichen wird. In die bestehende Biberschwanzdeckung der Dachfläche werden Lüfterziegel eingebaut, die die Hinterlüftung des Dachraumes verbessern. Der Einbau einer traufseitigen Hinterlüftung wäre dagegen zu aufwendig. Das Tragwerk ist noch in einem gutem Zustand. Die statische Verbindung zwischen Dachstuhl und Giebelwänden wird durch Giebelverankerungen verbessert. Den Dachraum reinigen die Winbucher in Eigenleistung. Der Spitzboden bekommt einen Holzbohlenbelag auf die Kehlbalkenanlage. Die Holztreppe vom Dach- zum Spitzboden wird ebenso erneuert wie der Blitzschutz, die Beleuchtung samt Zuleitungen und Schalter und die Leuchten an der Außenfassade.

Risse in der Mauer

An der umlaufenden Kirchenmauer gab es viele Hohlstellen und Risse. Deshalb wurde auch hier der Putz abgeschlagen. Im Eingangsbereich musste das Bauwerk sogar neu errichtet werden. Dazu wurden stellenweise Gummiröhren eingebaut, die, mit Beton gefüllt, für Verdichtung und besseren Halt sorgen. Neuer Putz und ein Anstrich komplettieren diesen Teil. Im Bogen im Eingangsbereich wird ein schmiedeeisernes Tor eingebaut. Weil auch in der Ziegeldeckung der Mauer einiges locker ist, muss zudem die Biberschwanz-Eindeckung instandgesetzt werden.
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