Liga-Betrieb ein Desaster

Rabenschwarzes Jahr für die Sportfreunde Bruck: Vier Abstiege sind im Tischtennisbetrieb zu verkraften. Für einen Hoffnungsschimmer in der Bilanz der Jahreshauptversammlung sorgte der Nachwuchs.

Ein sichtlich enttäuschter Hans Ullmann begrüßte nur ein gutes Dutzend an Mitgliedern zur Jahreshauptversammlung der Sportfreunde Bruck 96' beim "Meisl". Er sah im schwachen Besuch ein Spiegelbild der abgelaufenen Saison: "Wir haben wohl das sportlich schlechteste Jahr seit der Vereinsgründung zu beklagen.".

Die Benutzungsgebühr

In seinem Rückblick erinnerte Ullmann zuerst an die zahlreichen gesellschaftlichen Aktivitäten, die der Verein absolvierte. Den Mitgliederstand gab er mit 95 an. Davon könne man auf 13 Jugendliche zählen. Mit zwei Damen- und fünf Herrenmannschaften trat man im Spielbetrieb an. Trotz eines gewissen Zulaufs an Kindern konnte der Verein wieder keine Jugendmannschaft melden, da der sportliche Rückstand für die aktiven Wettbewerbe noch zu groß sei, so der Sprecher. "Schwer im Magen" liegt den Sportfreunden die Hallenbenutzungsgebühr. Auf Beschluss des Marktrates müssen die Vereine seit 1. März eine Gebühr für die Benutzung der sanierten Mehrzweckhalle zahlen. Das Jugendtraining ist frei und für das Erwachsenentraining sowie für den Spielbetrieb sind pro angefangene Stunde fünf Euro fällig. Die anberaumten 1700 Euro könne sich der Verein auf Dauer nicht leisten, so der Tenor.

Eine Beitragserhöhung von 12 bis 15 Euro sei nötig, um die Kosten abzudecken, informierte Hans Ullmann. Nach Abzug aller Unkosten, die im laufenden Spielbetrieb anfallen, blieben von den Einnahmen der Mitgliedsbeiträge noch 780 Euro übrig, die man sich zugleich auch als Hallenbenutzungsgebühr vorstellen könne. In einem Gespräch mit Bürgermeister Hans Frankl wurde ihm dieser Vorschlag unterbreitet. Leider habe man seit diesem Zeitpunkt nichts mehr von der Gemeinde gehört.

Nur für das Training

Das Argument, auch in allen anderen Gemeinden würden Gebühren verlangt, wollte Ullmann so nicht stehen lassen. Es sei richtig, meinte er, dass andere Vereine für die Benutzung zahlen müssten, aber nur für die Trainingsstunden und nicht für die Punktspiele. Ferner vermisse man auch noch eine klar definierte Hallenordnung seitens der Gemeinde, so der Vorsitzende abschließend. Sportwart Christopher Wittmann ging auf die Marktmeisterschaften ein, bei der sich bei den Herren Christian Regner vor Bernd Meier und Martin Donhauser den Titel sicherte. Im Doppel der Herren waren Bernd Meier/Katharina Wandera gegen Christian Altmann/Harald Gattinger im Finale erfolgreich. Bei den Damen gewann im Einzel Katharina Wandera den Titel der Marktmeisterin kampflos. Im Doppel setzten sich Jutta Zajc/Monika Habermeier gegen Ingrid Steidl/Angelika Boccali-Zollner durch.

Auch bei den Turnieren waren die Sportfreunde erfolgreich. Hier hob er die Qualifizierung von Bernd Meier für die bayrischen Meisterschaften der "Herren 40 A/B" in Bogen heraus. Im Liga-Betrieb haben die Sportfreunde ein Jahr zum Abwinken hinter sich. Von den sieben gemeldeten Teams mussten vier den bitteren Gang in die niedrigere Klasse antreten. Er appellierte an die Aktiven, den Tischtennis-Sport in der kommenden Saison wieder mit etwas mehr Leidenschaft zu sehen und den Fokus auf das Kerngeschäft der Sportfreunde zu legen.

Neue Halle hilfreich

Jugendleiter Bernd Meier, nunmehr auch schon seit über 30 Jahren im Brucker Tischtennisgeschäft, zeigte sich ebenfalls sehr enttäuscht vom derzeitigen Desinteresse der Vereinsmitglieder. Von einer positiven Entwicklung im Jugendbereich berichtete er im Anschluss, wobei er die neu sanierte Mehrzweckhalle als Ursache heraushob. Nun sei wieder ein geordnetes Training möglich, zu dem die Jugendtrainer bis zu 20 Kinder begrüßen könnten. Vor zwei Jahren seien es oft nicht mal eine Handvoll gewesen, erinnerte Meier sich zurück und daher habe sich das Durchhalten auch gelohnt.

Dankbar sei er über die tatkräftige Unterstützung der beiden Damen-Teams, die ihn abwechselnd im Trainingsbetrieb unterstützen würden. Mit der Teilnahme am Ferienprogramm hoffe die Jugendleitung auf einen weiteren Aufschwung, informierte der Sprecher abschließend. Ein schriftlicher Antrag den Beitrag für Studenten und Auszubildende zu senken, wurde mehrheitlich abgelehnt. Einen Beitrag zur Integration der Flüchtlinge im Marktbereich will man dahingehend leisten, dass ein Schnuppertraining für die Kinder angeboten wird. (Im Blickpunkt)
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