Lob für den Schalker Matchwinner Huntelaar nach dem 2:1-Sieg gegen Mainz
Erst Elfmeter-Depp, dann Held

Klaas-Jan Huntelaar präsentierte die mit einem Kung-Fu-Tritt zerlegte Eckfahne wie eine Trophäe. "Sie hat es leider nicht überlebt. Die zerbrochene Eckfahne werde ich mit nach Hause nehmen. Ich habe dort ein kleines Museum, da passt sie gut rein", sagte der Niederländer nach seinem Siegtreffer in der 61. Minute zum 2:1 (1:1)-Erfolg des FC Schalke 04 gegen den FSV Mainz 05 schmunzelnd.

Da war der Ärger des Torjägers über seinen vierten vergebenen Elfmeter nacheinander - Einstellung des Bundesliga-Rekords - längst verraucht. In der druckvollen Anfangsphase war er vom Punkt am großartigen FSV-Schlussmann Loris Karius gescheitert. André Breitenreiter will sich deshalb nach einem neuen Strafstoßschützen umsehen. "Der Hunter steht erstmal nicht auf der Agenda", sagte der Trainer, der mit dem Auftritt seines Teams und dem ersten Saison-Heimsieg ansonsten hochzufrieden war. "Kampf, Leidenschaft, Wille - da war alles drin. Wir haben von Beginn an eine Mannschaft gesehen, die keinen Zweifel daran gelassen hat, wer gewinnen will."

Dass Huntelaar nach Treffern von Joel Matip (37.) und Yunus Malli (42.) schließlich doch noch als Matchwinner gefeiert wurde, freute Breitenreiter besonders. "Ich bin froh, dass er sich nach dem verschossenen Elfmeter und sicher keiner einfachen Woche in der niederländischen Nationalmannschaft mit dem Siegtreffer belohnt hat."

Breitenreiters Handschrift

Immer besser ist die Handschrift von Breitenreiter zu erkennen. Auch den kurzfristigen Abgang der Schalker Identifikationsfigur Julian Draxler kompensierte das Team. Der junge Max Meyer rechtfertigte in seinem ersten Saisonspiel von Beginn an das Vertrauen und zeigte, dass er Draxler mittelfristig ersetzen kann. Eine prima Partie lieferte auch Leon Goretzka neben dem Ex-Mainzer Johannes Geis in der Zentrale. "Leon verdient ein Sonderlob, weil er überragend gespielt hat", befand Manager Horst Heldt, der eigentlich niemanden aus der Mannschaft herausheben wollte. "Das war ein Spektakel. Wir haben ein richtig gutes Spiel abgeliefert."

Trotz aller Freude über das zwischenzeitliche "Feuerwerk" gab die dürftige Chancenverwertung zu denken. Doch Breitenreiter mahnt zurecht Geduld an bei der Weiterentwicklung des Teams. Der Fußball-Lehrer will sich vor allem schützend vor die vielen jungen Spieler stellen, den Druck von ihnen fernhalten und ihnen Zeit geben. "Wir müssen die Denkweise verändern. Ich möchte, dass sich die Talente frei entfalten können", betonte Breitenreiter.

Mit sieben Punkten aus vier Spielen und Platz fünf liegt Schalke in der Bundesliga im Soll. Der Einstieg in die drei Englischen Wochen ist gelungen, nun will der Revierclub auch zum Europa-League-Start am kommenden Donnerstag (21.05 Uhr/Sport1) bei Apoel Nikosia auf Zypern etwas Zählbares mitnehmen.
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