Lohma verändert sein Gesicht

Bevor Lohma das 825. Jubiläum seiner Erstnennung feiert, steht noch ein anderes großes Fest vor der Tür. Die Veranstaltung sorgt für eine weiteres Kapitel in der langen Geschichte des Orts.

Von Freitag bis Sonntag, 12. bis 14 Juni, feiert die Feuerwehr 125-jähriges Bestehen. Fast 700 Jahre weiter reicht die urkundliche Erstnennung durch Ulrich und Hugo von Lohma zurück. Diese Quelle basiert auf den umfangreichen Recherchen des Heimatforschers Siegfried Poblotzki aus Pleystein.

Nachweis für eine Siedlung

Durch seine Funde aus der Jungsteinzeit wies er darüber hinaus eine Besiedlung der strategisch wichtige Lage in der Nähe der Mündung des Zottbachs in die Pfreimd bis zu 4000 Jahre vor Christus nach. Zudem gelang Kreisheimatpfleger Peter Staniczek durch Grabungsfunde in den ebenfalls von Poblotzki aufgespürten Hügelgräbern am jetzigen Bocklweg der Nachweis für eine Siedlung während der späten Hallstattzeit - also rund 600 Jahre vor Christus. Untrennbar ist die spätere Ortsgeschichte bis heute mit Reisenden verbunden. Die uralte Verbindung zwischen Prag und Nürnberg überquerte hier den Zottbach und führte direkt an der Ortschaft vorbei. Sogar einen eigenen Bahnhof bekam Lohma vor etwas mehr als 100 Jahren. Der verschwand zwar wieder im Zuge der Stilllegung des einst romantischen Schienenstrangs zwischen Vohenstrauß und Eslarn, doch dafür kam ein viel beachteter Radweg als Ausgleich.

Das einst malerische Tal zwischen Lohma und seiner Siedlung im Westen veränderte dann kurz vor der Jahrtausendwende komplett sein Gesicht. Für die Waidhauser Landstraße musste eine neue Trasse gefunden werden, ebenso für die Anbindungen aus Moosbach und Pleystein. Und selbst die immer noch existente Eisenbahnstrecke wurde in diesem Bereich völlig entfernt.

Was war geschehen? Der voranschreitende Lückenschluss der Autobahn, die Prag und Nürnberg verbindet, führte mitten durch die beiden Pleysteiner Ortsteile mit gleichem Namen. Zudem erhielten die Lohminger eine Autobahnausfahrt. Auch wenn der Landverbrauch enorm war und sich die ganze Landschaft gravierend veränderte, so überwog dennoch das Interesse am Neuen. Schließlich gab es in der langen Geschichte immer wieder gute und schlechte Zeiten.

Völlige Verödung

Im Mittelalter führte eine Verwüstung im pfälzischen Krieg zur völligen Verödung. Erst ab 1560 werden wieder neun bewohnte Höfe genannt. Zwischen 1821 und 1971 verwaltete Lohma seine Geschicke dann als eigene Gemeinde. Seit 1972 ist es mit den Weilern Schönschleif, Zengerhof und Finstermühle Teil der Stadtgemeinde Pleystein.

Lohma-Siedlung entstand um 1880 durch den Bau eines Anwesens der Familie Gallitzendörfer. Erst 1928 kam Andreas Helgert dazu. Nun stehen hier 28 Wohnhäuser. Drei davon sind jedoch seit vielen Jahren unbewohnt. Früher hatte Lohma durch seine Lage direkt am Zottbach eine Mühle. Katharina Zilbauer, vormals Zehent, lebte hier als letzte Besitzerin, bis sie im Sommer 1975 mit 86 Jahren starb. Die Mühle gibt es nicht mehr, aber zumindest noch eine schwarz-weiß Fotografie, auf dem sogar das alte Mühlrad überliefert ist.

Zwischen den beiden Weltkriegen erhielt der Ort eine neue Kapelle das 1712 errichtete alte Kirchlein blieb in weiten Teilen erhalten. Zwar diente der Raum danach als Feuerlösch-Gerätehaus, doch nun ist sie als Mahnmal dem Gedenken der Gefallenen gewidmet. Die Ehepaare Kick und Eckert verhalfen dem Gebäude in vielen freiwilligen Arbeitsstunden und unter Mithilfe des städtischen Bauhofs wieder zu einem repräsentativen Aussehen.

Kleine Sensation

In der neuen Kapelle kam es 2004 fast zu einer kleinen Sensation. Das Deckengemälde, das bei der Generalrenovierung Ende der 1960er Jahre unter einer Holzdecke verschwunden war, wurde wieder entdeckt. Und natürlich ist da noch das Feuerwehrhaus, dessen Bau im Oktober 1961 startete. Eine Komplettrenovierung mit Umbau und Erweiterung folgte 1990. Fesch herausgeputzt und sauber in Ordnung gehalten präsentiert sich das Dorf zum Jubiläum der Ortswehr und zeugt vom Zusammenhalt und dem Gemeinschaftssinn dieser Festgemeinde.
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