Lourdes-Grotte 110 Jahre - Immer Blumen für Muttergottes
Stätte des Gebets

Im Schatten von St. Laurentius steht die Lourdes-Grotte, der Michael Fertsch, von 1892 bis 1916 Stadtpfarrer in Eschenbach, am 24. September vor 110 Jahren die kirchliche Weihe erteilte. Immer wieder schmücken Blumen die Muttergottes-Statue (Mitte), aber auch die Figur der heiligen Bernadette Soubirous (links), die die Marienerscheinungen hatte. Auch Kerzen oder kleine Lichter werden in der Grotte angezündet. Bild: gpa
Sie genießt eine besondere Verehrung bei den Gläubigen der Pfarrei St. Laurentius: die Marienstatue in der Lourdes-Grotte neben der Pfarrkirche. Oft verweilen die Menschen hier auf dem Weg in die Innenstadt, um kurz zu beten, eine Kerze anzuzünden oder Blumen niederzulegen. Dieses Kleinod der Pfarrei feierte am gestrigen Donnerstag den 110. Jahrestag seiner Weihe.

"Ave Maria" und 1905, die Jahreszahl der Errichtung, stehen über dem Eingang zu der Grotte, die eine Kuppel aus grünem "Glasfluss" - Abfallprodukt bei der Glasherstellung - besitzt. In einem Band der "Heimat Eschenbach" ist nachzulesen, dass "Glasfluss" früher im Weiler Annahütte, gelegen in der ehemaligen Gemeinde Pappenberg im heutigen Truppenübungsplatz Grafenwöhr, in großen Mengen angefallen ist.

Die Statue in der Grotte ist der Muttergottes nachempfunden, wie sie die heilige Bernadette Soubirous nach den Erscheinungen geschildert hatte: "eine weiß gekleidete Dame mit einem weißen Schleier und einem blauen Gürtel".

Die Marienfigur ist ein Geschenk der Chefinspektorsgattin Henriette Wicker aus Saulgau in Württemberg an ihre Geburts- und Heimatstadt. 1905 fragte Michael Fertsch, Stadtpfarrer in Eschenbach von 1892 bis 1916, beim Regensburger Bischof Ignatius von Senestrey, ob er die Statue annehmen dürfe. "Sie ist 1,20 Meter hoch und aus Holz ge- schnitzt, recht würdig und schön", heißt es in dem Brief.

Nachdem die Erlaubnis des Regensburger Oberhirten vorlag, wurde am 24. September 1905 die Grotte eingeweiht, deren Bau 1054 Mark gekostet hat. Erst nachträglich wurde eine Figur der heiligen Bernadette dazugestellt. Bezahlt wurde diese von Eschenbacher Gläubigen; Fanny Decker sammelte dafür.
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