Luxusresort für Salamander

Ein schönes Plätzchen für für Salamander und Co.. Der Landesbund für Vogelschutz erwirbt ein Grundstück im Klingenbachtal.

Vier Jahre Vorarbeit hat es gekostet, jetzt kann die LBV-Naturschutzsparte im Klingenbachtal ein zweites Grundstück mit 8620 Quadratmetern in Besitz nehmen. Es liegt im Anschluss an den bereits vor einigen Jahren erworbenen Auenbereich im östlichen Quellgebiet. Damit sichert der LBV im Markt jetzt 2,4 Hektar Fläche für den Artenschutz. Im Landkreis Neustadt sind es insgesamt 104 Hektar. Weitere Flächen für Amphibienschutz-Maßnahmen werden gesucht.

Naturnahe Zone

Als Biotopverbund können sich die Streuobstwiese, das angrenzende OWV-Gelände nun mit dem daneben liegenden LBV-Grundstück und der neuen Fläche zur naturnahen Zone entwickeln.

Vor allem für Feuersalamander ist das Gelände äußerst wertvoll. Etliche Quellbereiche mit sauberem, kaltem Wasser sind für Laichgumpen bestens geeignet. "Das Ziel ist, eine stabile Population im Klingenbachtal aufzubauen" erklärte Biologin Müllner. "Wir können hier neue Lebensräume entwickeln und dauerhaft sichern". Der Ankauf wurde durch Ersatzzahlungen in den Naturschutzfond des Landkreises ermöglicht. Solche Zuschüsse durch die Naturschutzbehörde gibt es nur für spezielle Projekte. Der LBV übernahm die Kosten der Grundstücksübertragung. Beim Ortstermin wurden die anstehenden Maßnahmen besprochen. Bürgermeister Rudolf Götz, Diplombiologin Mathilde Müllner vom Naturpark, Carmen Vidal von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Neustadt, LBV-Kreisvorsitzender Ulrich Keltsch, Adolf Küblböck, der Ehrenvorsitzende und Grundstückswart im LBV-Naturschutzbereich sowie Bernd Bauer, als Artenschutzwart im OWV Kohlberg sind dem bisherigen Besitzer für die Möglichkeit zur Übernahme dankbar.

Reif zum Einschlag

Kreisvorsitzender Keltsch verwies auf die langjährige Erfahrung des Naturschutzbundes beim Erhalt der gesamten Artenvielfalt, "nicht nur bei den gefiederten Lebewesen". Als Forstmann sieht er das neue Gelände auch aus anderer Perspektive. "Der Nadelwald hier steht seit etwa 80 Jahren. Da wächst kaum mehr etwas zu, die Bäume sind reif zum Einschlag. Wir werden die Fläche behutsam über mehrere Jahre hinweg auslichten, damit wieder Sonne reinkommt".

Es wird nicht zu viel auf einmal weggenommen, damit keine Schneisen für Windbruch entstehen, denn die flachwurzelnden Fichten finden nur wenig Halt in dem morastigen Untergrund. "Über alle Maßnahmen werden Gemeinde und Grundstücksanliegern informiert," versprach Keltsch. Entstehen wird über die Jahre hinweg ein gestaffelter Übergangsbereich von der offenen Feldflur zum Hochwald.

Für Bürgermeister Götz ist der Naturerlebnisweg Klingenbachtal eines der Aushängeschilder der Gemeinde. "Ich kann da nur Bernd Bauer danken, dass er sich so intensiv seit Jahren dafür einsetzt. Er ist der Motor für das Projekt."
Weitere Beiträge zu den Themen: Kohlberg (1535)November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.