Machos stehen auf dem Schlauch

Die "sturmfreie Bude" hatten die Männer für ein Saufgelage genutzt. Doch ihre Frauen kehrten vorzeitig zurück und banden ihnen kurzerhand die Kittelschürzen um. Bild: kr

"Du spinnst doch, Gertrud", schrie Feuerwehrkommandant Paul Rübsamen, als er auf die Bühne stürmte. 140 Zuschauer waren damit von der ersten Minute an hellwach. Der Laien- und Passionsspielverein trainierte die Lach- und nicht wie sonst üblich im Saal des Sportheims die Gelenkmuskeln.

Kemnath. (kr) Am Samstag war Premiere. Der Laien- und Passionsspielverein präsentierte nach dreijähriger Bühnenpause den lustigen Dreiakter "Der Wettstreit" von Andrea Döring - eine ironische Betrachtung der einstigen Männerdomäne Feuerwehr. "Krawallschachteln" bei der Wehr? Unvorstellbar. Die Weiber sollen zu Hause putzen, kochen und waschen. Die Männer gehen ins Wirtshaus und schauen Fernsehen. Mit diesem Bild der bierverliebten Machos räumten die Emanzen kräftig auf.

Kreisbrandmeister hilft

Unnachgiebig drängt die Frauenwelt um die resolute Gattin des Kommandanten Gertrud darauf, eine eigene Löschgruppe aufzustellen. Eine Revolution, unterstützt vom stark sächselnden Kreisbrandmeister Stiefelchen, der sich wiederum wegen seines Namens allerlei Hänseleien ausgesetzt sieht. Allerdings bringt er es fertig, die Damen zu einer Übungswoche loszueisen, fern von den Männern. Die allerdings genießen ihre ungewohnte, wenn auch mit langen Arbeitslisten versehene Freiheit.

Der Beginn des zweiten Aktes erinnert sofort an die "alten Rittersleut'". Im Wohnzimmer herrscht blankes Bierflaschenchaos. Zu allem Übel kommen die vier Feuerwehrfrauen noch einen Tag früher von der Übungswoche zurück.

Ein mächtiger Zyklon braut sich über den Männern zusammen. Sie müssen das Tohuwabohu selbst beseitigen und zu dem vereinbarten Wettstreit der Löschgruppen antreten. Gewinnen die Männer, dürfen sie entscheiden, ob Frauen in die Feuerwehr aufgenommen werden. Wenn nicht, entscheiden die Frauen.

In dem etwas überspitzten, vielleicht auch männerfeindlichen Stück gewinnen selbstverständlich die Frauen, obwohl die Männer besser waren. Nur hat sie Stiefelchen disqualifiziert. Mit einem Kompromiss wird die heile Welt allerdings wieder hergestellt.

Hervorragende schauspielerische Leistungen untermauerten das hohe Niveau der Laienschauspieler. Sehens- und empfehlenswert allemal. Die Darsteller und ihre Rollen: Jürgen Heining (Feuerwehrkommandant Paul Rübsamen), Elster Späth-Schöcklmann (seine Ehefrau Gertrud), Nicole Besold (seine Mutter Liesel), Thomas Schöcklmann (sein Vater Karl), Joschi Krauß (Feuerwehrmann Fredi), Eva-Maria Linkel (dessen Ehefrau), Alexander Nickl (Feuerwehrmann Reinhard), Patricia Burger (dessen Gattin), Heidi Nickl (Feuerwehranwärterin Isolde), Thomas Linkel (ihr Ehemann) und Frank Schultes (Kreisbrandmeister Stiefelchen).

Restkarten für die Vorstellungen am 21. und 22. sowie 27. und 28. März gibt es noch im Vorverkauf beim Reisecenter Merkl. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 19.30 Uhr.
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