Magdalena Vetterl bekommt bereits im August 1914 Post von der Front
"Es ist schon mancher gefallen"

Der 20. August 1914 ist das Datum, an dem viele Kriegerdenkmäler in Bayern den ersten Toten verzeichnen, zum Beispiel auch das in Gunzendorf. An diesem Tag begann der deutsche Gegenstoß bei der Schlacht in Lothringen. Hier traf die bayerische Armee, die bis dahin noch selbstständig war und als 6. Armee den linken Flügel der deutschen Streitkräfte an der Westfront bildete, auf zahlenmäßig überlegene französische Verbände, deren Ansturm sie in den Tagen vorher gestoppt hatte. Die Schlacht dauerte bis zum 22. August und endete mit dem Rückzug der französischen Einheiten auf die Festungskette Nancy - Épinal.

Urban Vetterl, der Großonkel des Michelfelders Luitpold Dietl, stand Mitte August 1914 mit dem "Königlich Bayerischen I. Armeecorps" bei Saarburg in Lothringen. In einer Postkarte vom 16. August schrieb er an seine Mutter Magdalena recht lapidar: "Bin gesund. Es ist schon mancher gefallen." Sein Bruder Hans, nach dem sich Urban Vetterl erkundigte, war zu diesem Zeitpunkt ebenfalls schon Soldat, wie ein Bild von ihm zeigt, in dem er in der Ausrüstung eines Infanteristen zu sehen ist. Laut dem Vermerk auf der Rückseite stammt es aus dem August 1914.

Beide Brüder überlebten den Krieg. Urban (*1886) ging nach München und arbeitete auf einer Bank. Den Verwandten daheim galt er von da an als "etwas Besseres". Luitpold Dietls Großvater Hans (*1888) wurde Maurermeister und kam 1934 bei einem Stromunfall ums Leben.
Weitere Beiträge zu den Themen: Michelfeld (1339)November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.