Magere Jahre in den Pfarreien

Die Gottesdienste sind nicht mehr so gut besucht wie noch vor einigen Jahren und somit wird auch das Geld im Säckel der Pfarrei immer weniger. Der Erhalt der Gotteshäuser und kirchlichen Gebäude gestaltet sich schwieriger. Dies war ein Thema der Pfarrversammlung.

Pfarrgemeinderatsvorsitzender Johannes Lindner nannte als einschneidende Ereignisse den Weggang von Pastoralreferentin Ute Zeilmann und die überraschende Mitteilung von Pfarrer Kurian Chackupurackal, dass er die Pfarrei Michelfeld verlasse. Seit 1. September betreuen nun Dekan Pater Dominik Sobolewski und Pater Frank Schwegler die Pfarrei Michelfeld.

Weniger Personal

Lindner sprach die Nöte der Kirchen an: Weniger finanzielle Mittel, weniger hauptamtliches Personal, weniger praktizierende Christen. Der Glaube scheint in weiten Bevölkerungskreisen keine Rolle mehr zu spielen und besonders schmerzlich sei, dass die Zahl der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die an Kirche und Pfarrgemeinde interessiert sind, zurück geht.

Angebot nutzen

Lindner bat die Versammelten, sich nicht nur mit dem Besuch des Sonntagsgottesdienstes zu begnügen, sondern das vielfältige Angebot der Pfarrgemeinden zu nutzen. Mit kommentierten Fotos listete Johannes Lindner über 50 Ereignisse aus den Jahren 2012 bis 2014 auf, an denen auch der Pfarrgemeinderat zum großen Teil mitgewirkt hat.

Daneben gab es noch Besprechungen auf Ebene der beiden Pfarreien Gunzendorf und Michelfeld, des Seelsorgebereiches oder des Dekanats und natürlich gehäuft mit den Ämtern und Gremien, die für die Bau- und Sanierungsmaßnahmen des Pfarrzentrums verantwortlich zeichneten. Über die Finanzen von 2012 bis 2014 berichtete Kirchenpfleger Norbert Grillenbeck. So schlug der Bau der Kinderkrippe mit 351 000 Euro zu Buche, die Sanierung des Kindergartens mit 624 000 Euro und die Gemeinderäume des Pfarrzentrums wurden mit einem Betrag von 250 000 Euro saniert. Für den Gesamtbetrag von 1,22 Millionen Euro gab es Zuschüsse von staatlichen und kirchlichen Stellen. Die Pfarrgemeinde musste für die Sanierungen 170 000 Euro beisteuern.

Kindergartenleiterin Christine Sporrer berichtete, dass zwei Kindergruppen und eine Kinderkrippe zu betreuen sind. Der Personalstand beträgt sieben Personen. Von den laufenden Kosten übernimmt die Stadt Auerbach das Defizit.

Menschen aus dem Volk

Klare Worte sprach auch Pater Dominik Sobolewski. "Wir Priester sind Menschen aus dem Volk. Unsere Hauptaufgabe ist, die Menschen auf einem christlichen Lebensweg zu begleiten". Dabei sei in der heutigen Zeit auch die Mitwirkung von Laien in der Kirche wichtig.

"Alles nicht so einfach"

Der Dekan machte keinen Hehl aus seiner Befürchtung, dass die Pfarrei Michelfeld auf die Schnelle keinen eigenen Seelsorger bekommen wird. "Wir warten dringend auf pastorale Kräfte." Was die Renovierungen angehe meinte Sobolewski: "Ich bin in erster Linie Priester und kein Funktionär". Trotzdem müsse er sich zusammen mit Kirchen- und Pfarrgemeinderäten auch um Neuanschaffungen oder Instandsetzungen kümmern. Bei den Themen Gebäude, Kapellen, Friedhof sei alles nicht so einfach, da gibt es viele Vorgaben des Denkmalschutzes. "Allgemein ist aus Sparsamkeitsgründen bei Renovierungen nicht alles möglich, was wir uns wünschen."

Dekan Sobolewski dankte Pfarrgemeinderatsvorsitzendem Johannes Lindner für seinen "enormen Einsatz" bei der Instandsetzung des Kindergartens- und Pfarrzentrums sowie bei allen freiwilligen Helfern.
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