Mahnende Worte beim Festakt: Junge Flüchtlinge auch Aufgabe der SOS-Kinderdörfer
"Erfolgsgeschichte sondergleichen"

Den ersten Band mit Schneidi-Geschichten übergab Matthias Gerhards an Sozialministerin Emilia Müller. Bild: stg
Immenreuth. (stg) Jede Menge Glückwünsche sowie Spaß und Unterhaltung: Der Kinderdorf-Tag am Samstag stand ganz im Zeichen des 60. Geburtstages von SOS-Kinderdorf Deutschland. Den Festakt im Zelt moderierte Dorfleiter Alfred Schuster mit einem seiner Schützlinge, der zehnjährigen Samantha, die seit vier Jahren im Immenreuth lebt.

Dr. Kay Vorwerk, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer SOS-Kinderdorf, bezeichnete die vergangenen 60 Jahre als "Erfolgsgeschichte sondergleichen". Es sei unglaublich, was Hermann Gmeiner geschaffen habe. "Aber er war stur und hat sich gegen alle Widerstände durchgesetzt." Heute sei das SOS-Kinderdorf in fast allen Ländern präsent. Angesichts der aktuell großen Anzahl unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge seien auch die Kinderdörfer gefragt und zur Hilfe aufgerufen.

Der Tirschenreuther Landrat Wolfgang Lippert hob die Arbeit für die schwächsten Kinder der Gesellschaft hervor. Dank einer Einrichtung wie dem SOS-Kinderdorf werde auch die Arbeit der Jugendämter sehr erleichtert. An Schuster überreichte er einen 1000-Euro-Scheck aus Sparkassen-Mitteln: Die Summe soll für die Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen verwendet werden.

"Die Gemeinde ist stolz auf das SOS-Kinderdorf", betonte Bürgermeister Heinz Lorenz. Er selber könne aus eigener Erfahrung berichten, welch wertvolle Arbeit hier geleistet werde. "Ich bin 1978 ins Kinderdorf gekommen und habe hier ein neues Zuhause gefunden." Schuster dankte allen, die zur Erfolgsgeschichte des Kinderdorf-Vereins sowie zum Entstehen der Immenreuther Einrichtung beigetragen haben. Besonders freute er sich, dass auch Gabriele Sieber anwesend war, die vor gut 50 Jahren ein 20 000 Quadratmeter großes Grundstück gespendet hatte, auf dem das SOS-Kinderdorf "Oberpfalz" verwirklicht werden konnte. Auch viele ehemalige Kinderdorfmütter, der ehemalige Dorfleiter Hans-Manfred Milde sowie zahlreiche Vertreter aus Politik und Gesellschaft hatten sich eingefunden.

Am Nachmittag gab es am Dorfplatz nicht nur Kaffee und Kuchen, auch musikalische Unterhaltung und tänzerische Einlagen waren geboten. An Stationen konnte kreativ gebastelt und gefädelt werden, Kinder durften einen Bierkastenturm erklimmen, sich schminken lassen, sich auf der Slackline versuchen oder mit den Bulldogfreunden Zessau eine Ausfahrt auf einem historischen Fendt, Deutz oder Hanomag unternehmen. Bärentheater und Marionettenspiel waren ebenfalls geboten wie der Auftritt von "Clown Heini" im Festzelt. (Hintergrund)

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Weitere Bilder im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/sos2015
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